Trends in der IT 08.02.2021, 17:08 Uhr

Die IT im Jahr 2021 - mehr Evolution als Revolution

Die Corona-Pandemie hat bei vielen Unternehmen die Digitalisierungs-Vorhaben auf eine neue Ebene gehievt. 2021 erwarten Experten hingegen eher Bestandssicherung als Innovationen.
(Quelle: My Life Graphic / shutterstock.com )
Ganz anders als gedacht - unter dieser Überschrift könnte man das vergangene Jahr wohl am besten zusammenfassen. Wer hätte vor zwölf Monaten geahnt, dass ein kleines Virus das Jahr so sehr prägen würde? Das gesamte gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben wurde auf den Kopf gestellt, und auch die IT-Abteilungen blieben nicht verschont. Ganz im Gegenteil: In vielen Unternehmen hiess es letzten März „Ab ins Homeoffice“ - wenngleich viele dafür überhaupt nicht vorbereitet waren. Nicht selten wurden innerhalb kürzester Zeit mit heisser Nadel IT-Lösungen für die Remote-Arbeit gestrickt.
Die Folge: So manches für 2020 geplante IT-Projekt blieb auf der Strecke. Gut 42 Prozent der Unternehmen in der DACH-Region haben im vergangenen Jahr Projektstarts aufgrund von Corona in die Zukunft verschoben und ein Viertel der Unternehmen hat Projekte sogar ganz gestoppt. Zu diesem Ergebnis kommt die „IT-Trends-Studie 2021“ der IT-Beratung Capgemini.
Doch wie sieht es in diesem Jahr aus? Hält die Normalität  langsam wieder Einzug in den IT-Abteilungen? Werden liegengebliebene Projekte in Angriff genommen? Und welche Rolle wird Covid-19 dabei spielen?

Die Folgen des Virus

Eines ist sicher: Die digitale Transformation wird die Unternehmen weiterhin stark beschäftigen. Corona wirkt hier wie ein Brennglas. Das Virus zeigt allen, die diesem Thema bislang zurückhaltend gegenüberstanden, wie wichtig es ist, sich digital aufzustellen. Denn selten lagen Krise und Chance so nah beieinander wie im vergangenen Jahr - während grosse Teile der Wirtschaft stark auf die Bremse traten, startete die Digitalisierung in Firmen aller Branchen richtig durch. „Viele Unternehmen verstehen jetzt, dass Digitalisierung nicht nur ‚nice to have‘, sondern überlebensnotwendig ist“, sagt Benjamin Krebs, Senior Director & General Manager Enterprise Germany bei Dell. IT helfe ihnen, die Herausforderungen der Pandemie zu bewältigen und sich zukunftsfähig zu positionieren. „Je nachdem, wo sie in ihrer digitalen Transformation aktuell stehen, werden diese Unternehmen ihre Prioritäten für 2021 setzen und die nächsten Schritte einleiten. Die Erfahrungen von 2020 haben die Transformationsbemühungen beflügelt und werden es weiter tun.“
Das bestätigt Susan Wegner, Vice President Artificial Intelligence & Data Analytics beim IT-Dienstleister LH Industry Solutions: „Die Covid-19-Pandemie hat bei vielen Unternehmen die vielfache Skepsis gegenüber der Digitalisierung beseitigt.“ Markus Grau, Principal Systems Engineer beim Datenspeicherspezialisten Pure Storage, ergänzt: „Gerade die IT-Abteilungen mussten durch die neuen Gegebenheiten auf zwei Hochzeiten gleichzeitig tanzen. Auf der einen Seite mit gleicher oder reduzierter Personalstärke, zum Beispiel durch Kurzarbeit, alles am Laufen halten, und auf der anderen Seite galt es, rapide neue Lösungen zur digitalen Transformation zu evaluieren und auch zu implementieren.“  Viele Unternehmen seien so von der Digitalisierung überrollt worden. „Nicht nur mussten die Arbeitsplätze für Homeoffice optimiert werden - dazu mussten auch neue Prozesse und Datenschutzmassnahmen umgesetzt werden -, auch das eigentliche Kerngeschäft selbst musste sich den neuen Gegebenheiten anpassen.“
Apropos Homeoffice: Dies war in der IT ohne Frage der grosse Trend des vergangenen Jahres schlechthin. Während vor der Pandemie im März 2020 in 66 Prozent der Unternehmen in Deutschland Homeoffice nicht erwünscht war, sah das bald darauf schon ganz anders aus: Mit Beginn der Corona-Krise boten 65 Prozent der Arbeitgeber ihren Mitarbeitern eine Homeoffice-Regelung an - für ein Viertel der Beschäftigten wurde das Arbeiten zu Hause sogar zur Pflicht. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Umfrage des Digitalverbands Bitkom vom Dezember. In konkreten Zahlen ausgedrückt: 10,5 Millionen Berufstätige arbeiteten Ende 2020 ausschliesslich im Homeoffice, weitere 8,3 Millionen immerhin teilweise.




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