Verlegt statt verloren 05.05.2021, 19:12 Uhr

Test: Apple AirTags

Apples Silberlinge helfen, verschollenes Zeugs zu finden. Nichts anderes wird erwartet – auch wenn die Fantasie Purzelbäume schlägt.
AirTag: die beste Pille gegen Zerstreutheit
(Quelle: Apple Inc. )
Zwei Jahre lang garten sie in der Gerüchteküche, jetzt sind die AirTags endlich da. Die weissen Tracker sind fast exakt gleich gross wie ein Fünfliber und nicht viel dicker als die CR2032-Knopfzelle, die sie antreibt. Diese Batterie soll etwa ein Jahr lang halten und lässt sich vom Benutzer austauschen.
Als wäre der Umfang genormt
Quelle: PCtipp.ch
Die Installation ist ein Klacks. Sie wird vermutlich von jedem Kind gemeistert, das alt genug ist, um so ein Ding nicht aus Jux zu verschlucken. Ein AirTag wird einfach aus dem Schutzpapier gepult, damit die Batterie ihre Wirkung entfaltet: Das AirTag gibt ein angenehmes Geräusch von sich und wirft sich dem nächsten iPhone an den Hals.
Einfacher kann eine «Installation» nicht sein
Quelle: PCtipp.ch
Die Einrichtung dauert keine Minute. Sie dreht sich primär um die Frage, wie der weisse Knopf heissen soll und welches Emoji ihn schmückt. Und das war’s auch schon. Anschliessend wird das AirTag mit dem iPhone oder über das Internet geortet. Wenn die AirTags direkt bei Apple gekauft werden, lassen sich bis zu vier Zeichen und/oder Emojis kostenlos gravieren.

«Dort wo du es hingelegt hast!»

Wenn ein AirTag gefunden werden soll, deutet das iPhone angenehm-kommentarlos in seine Richtung. Wie präzise die Ortung funktioniert, hängt vom iPhone ab. Die AirTags sind mit Apples eigenem U1-Chip ausgestattet und der muss auch im iPhone verbaut sein. Das sind aktuell nur das iPhone 11 (Pro) sowie alle iPhone-12-Modelle. Wahrscheinlich wird der U1 künftig in allen iPhone-Modellen zum Einsatz kommen. Hingegen zeigt die Apple-Website zurzeit keinen Hinweis darauf, dass es der Chip in das angekündigte iPad Pro schafft.
Wie auch immer. Wenn sich alle mit dem U1 verstehen, verwandelt sich das iPhone in eine Wünschelrute. In der App ‹Wo ist?› wird das AirTag angetippt, damit das iPhone nach einigen Sekunden punktgenau zum Standort führt – untermalt von Klängen, haptischen Hinweisen und Farben. Dabei werden ARKit, der Beschleunigungsmesser und das Gyroskop einbezogen. Kommt das iPhone ohne U1, ist immer noch die Verbindung über Bluetooth möglich, um dem AirTag einen Ton zu entlocken.
Folge dem Pfeil …
Quelle: PCtipp.ch
Dabei ist die Reichweite der Bluetooth-Verbindung nicht unbegrenzt. Sie beträgt bei Sichtkontakt etwa 30 Meter. In meinem Fall reichte das Signal gerade noch, um eine Wand zu durchbrechen. Hingegen wird das AirTag nicht gefunden, wenn eine zweite Wand oder einfach nur eine Betondecke dazwischen liegt – und dann hilft auch die Funktion «Ton abspielen» nicht weiter. In solchen Situationen hilft nur, mit dem iPhone in der Hand durch die Wohnung zu schleichen und nach Strahlung zu suchen – denn so läuft das bei den Wünschelruten.




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