Erfolg und Kritik 11.02.2020, 15:31 Uhr

15 Jahre YouTube: So umstritten wie nie

YouTube hat die Unterhaltungsindustrie nachhaltig verändert und sogar Spuren in der Berufswelt hinterlassen - aus Hobby-Entertainern wurden "YouTuber". Doch so gross der Erfolg, so gross ist inzwischen auch die Kritik. Zum 15. Geburtstag ist YouTube umstritten wie nie.
(Quelle: shutterstock.com/Rose Carson)
Den Anfang machten ein paar Elefanten im Zoo von San Diego. "Das Coole an diesen Typen ist, dass sie diesen echt langen Rüssel haben", sagt YouTube-Mitgründer Jawed Karim, zwei Dickhäuter im Hintergrund. Das erste Video auf der Online-Plattform war banal und unspektakulär - ganz im Gegensatz zum Aufstieg von YouTube, der folgen sollte.
Die Website entwickelte sich rasch zum Inbegriff des kurzweiligen Internet-TVs und ist heute eine Supermacht der Unterhaltungswelt. Doch so gross der Erfolg, so gross ist inzwischen auch die Kritik. Zum 15. Geburtstag am Samstag (15. Februar) ist YouTube umstritten wie nie.

Fake News, Hetze und Filterblasen

Nette Tierfilmchen wie den Elefanten-Clip gibt es zwar noch immer, doch die Zeiten der Unschuld sind längst vorbei. Die Übernahme durch Google, die Kommerzialisierung, die Werbemilliarden - der einstige "Broadcast Yourself"-Spielplatz für Privatvideos ist für Googles Mutterkonzern Alphabet längst nur noch ein grosses Geschäft. Mit dem rasanten Wachstum der Bandbreite haben jedoch auch Einfluss und Verantwortung massiv zugenommen. In der Ära von Fake News, Hetze und Filterblasen im Netz ist YouTube ein steter Stein des Anstosses.

Das weiss auch YouTube-Chefin Susan Wojcicki: "Alle sind die ganze Zeit wütend auf dich", sagte sie der "New York Times" vergangenes Jahr in einem Interview zu YouTubes umstrittenem Umgang mit extremen Inhalten. Enorme rund zwei Milliarden aktive monatliche Nutzer hat die Plattform nach eigenen Angaben inzwischen. Vor fünf Jahren waren es noch halb so viele. Was YouTube zu Alphabets Erlösen beiträgt, war lange eines der bestgehüteten Geheimnisse der Finanzmärkte - kürzlich gewährte der Konzern erstmals Einblick. 2019 spielte die Plattform demnach bereits Werbeerlöse von gut 15 Milliarden US-Dollar ein.

Dass YouTube-Chefin Wojcicki alle Hände voll zu tun hat, liegt folglich nicht an den Finanzen. Probleme machen vor allem anstössige Inhalte und der Umgang damit. Soziale Medien geraten zunehmend unter Druck, gegen die Verbreitung von Propaganda und Extremismus vorzugehen, YouTube ist hier keine Ausnahme.
Alleine schon die schiere Masse an Videos - über 300 Stunden an Material werden pro Minute von Nutzern hochgeladen - macht das Ausmisten zu einer Herkulesaufgabe. Doch kann sich ein Grosskonzern mit einem Jahresgewinn von über 34 Milliarden US-Dollar mit sowas rausreden?



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