So erkennen Sie unseriöse Online-Shops

Das können Sie tun

Glücklicherweise sind Sie Shoppingfallen im Internet nicht schutzlos ausgeliefert, sondern können mit diversen Massnahmen etwas dagegen unternehmen. Viel hängt von Wissen, Achtsamkeit und Zurückhaltung ab.
So erkennen Sie Betrug
Egal, wie gut oder schlecht der Beschiss gemacht ist: Einige Dinge sind in jedem Fall gleich und wiederholen sich.
  • Es geht um Geld (billigster Preis)
  • Es ist zu gut, um wahr zu sein
  • Es soll schnell gehen
  • Es werden (persönliche) Informationen von Ihnen benötigt
Egal, ob per Phishing-E-Mail, Social Media oder Webshop: Der Kunde wird zunächst über das Geld angegangen. Sei es über einen Gutschein, lächerlich hohe Rabatte oder sonst irrational wirkende Preise. Es geht um Geld und meistens um ein Angebot, das der Kunde nicht ablehnen kann. Klassisch dazu gehört auch Zeitdruck: «Es sind nur noch wenige Einheiten verfügbar», «Mindestens zehn andere Personen schauen sich das gleiche Produkt jetzt gerade auch an», «Das Angebot gilt nur für kurze Zeit». Und natürlich müssen Informationen her:Namen, Adressen, Kartennummern, PayPal-Konten.
Etwas seltener im Kontext von Onlineshopping sind die folgenden zwei Punkte:
  • Es wird gedroht
  • Es ist etwas kaputt
Gedroht und mit Mängeln geködert wird beim Onlineshopping eher seltener. Es gibt allerdings durchaus Phishing-Maschen, die so funktionieren. Beispielsweise erhalten Sie eine E-Mail eines Onlineshops, Ihre Kreditkartendaten seien veraltet. Mittels Link werden Sie auf eine gefälschte Webseite des imitierten Shops geleitet. Wenn Sie dort Ihre Daten dann eintragen, gehen diese direkt an die Gauner, die den Onlineshop gefälscht haben.
So erkennen Sie falsche Webseiten
Die üblichen Merkmale sind: veraltete oder qualitativ schlechte Grafiken, sprachliche Defizite und/oder ein fehlendes Impressum. Allerdings haben gefälschte Websites in dieser Hinsicht aufgeholt. Entsprechend ist das Sicherheitszertifikat das beste Werkzeug, um einen Shop zu identifizieren, Bild 4. Dieses erreichen Sie über das Schlosssymbol in der Adresszeile des Webbrowsers.
Bild 4: Prüfen Sie Onlineshops auf deren Zertifikate. Ohne Zertifikat, kein Kauf
Quelle: PCtipp.ch
Sicherheitszertifikate sind 2020 ein Muss für Onlinehändler. Ist keines vorhanden, sollten Sie nur mit viel Vorsicht weiterfahren. Viele weitere praktische Tipps rund um das Schlosssymbol von Websites und Zertifikate lesen Sie unter dem Link go.pctipp.ch/2341.
Tipp: Tragen Sie die Webadresse eines Ihnen bekannten Onlineshops immer manuell in die Adresszeile ein. So verhindern Sie, dass Sie auf eine gefälschte Webseite gelangen.
Nützliche Vorgehensweisen
Viele Onlinebetrüger nutzen psychologische Tricks, um Nutzer in die Falle zu locken. Sie brauchen daher ein Protokoll, nach dem Sie Nachrichten rational verarbeiten können. Die folgenden Punkte sind dafür nützlich:
  • Ruhe bewahren: Ja, da steht, es sei das letzte Zimmer im Angebot, und ja, da steht 15 andere Personen schauen sich gerade das gleiche Objekt an. Ob das stimmt, ist eine ganz andere Frage. Und so oder so gilt: Im Stress treffen Sie keine guten Entscheide. Also erst einmal tief durchatmen und die Sache strukturiert und überlegt angehen.
  • Genau hinschauen: Das menschliche Auge ist nicht besonders gut. Es verlässt sich zu einem ordentlichen Teil darauf, dass das Hirn Informationen aus Erfahrung und Wissen zu den visuellen Daten hinzufügt, um das Bild zu vervollständigen. Entsprechend ist es wichtig, dass Sie bei verdächtigen Inhalten genau hinsehen und sorgsam Informationen verarbeiten. Gehen Sie die vorhandenen Daten minutiös durch. Mailadresse, Webadresse, Links, Sprache, Anreden, Zertifikate. Alle liefern möglicherweise Hinweise darauf, ob eine Webseite oder eine E-Mail echt ist. Auch eine Google-Suche nach dem Anbieter oder eine Frage in Konsumentenforen helfen weiter.
Achten Sie auf diese Warnhinweise
Bild 5: Ein Impressum ist in der Schweiz und vielen anderen Ländern obligatorisch
Quelle: PCtipp.ch
Die meisten Onlineshoppingfallen kommen nicht ganz unangekündigt. Achten Sie auf diese Warnhinweise, um potenzielle Probleme bereits früh zu erkennen, Bild 5.
● Kein Impressum
● Nur unübliche Zahlungsmethoden verfügbar (iTunes-Geschenkkarten oder Ähnliches)
● Nur Vorauszahlung (wenn die Seite bereits verdächtig ist)
● Unrealistische Preise (zum Beispiel iPhones für unter 100 Franken)
● Super-Deals wie 95 Prozent Rabatt auf teure Markenprodukte
● Starke Preisreduktionen über lange Zeit (heisst vermutlich, dass die verherigen Preise zu hoch waren)
● Mails von Shops, die Sie nicht kennen (wahrscheinlich Fälschungen)
● Kein Sicherheitszertifikat (oder nur ein billiges)
● Massenweise positive Bewertungen auf einer sonst eher kleinen Webseite


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