Chinesen übernehmen 58 deutsche Firmen

Hohe Hürden in China

Denn ausländische Investoren sind in China nach wie vor mit sehr hohen Hürden konfrontiert. In den 2015 überarbeiteten Richtlinien der chinesischen Regierung sind 38 Geschäftsfelder genannt, in denen ausländische Firmenübernahmen grundsätzlich verboten sind. Daneben gibt es viele weitere Bereiche, in denen ausländische Unternehmen chinesische Partner zwangsweise in Gemeinschaftsunternehmen akzeptieren müssen.
In Deutschland dominiert unter Ökonomen und Wirtschaftsfachleuten in den Ministerien bislang die reine Lehre, dass ein offener Markt Vorteile bringt - sogar wenn ein Handelspartner nicht den entsprechenden offenen Marktzugang bietet. Inzwischen regen sich aber Zweifel, ob das im Falle Chinas wirklich sinnvoll ist.
Denn die Machthaber in Peking verfolgen das erklärte Ziel, bis 2050 in sämtlichen Schlüsselbranchen die technologische Weltmarktführung übernehmen zu wollen - die Übernahme von High-Tech-Firmen dient diesem Zweck. Zudem werden deutsche Unternehmen, die in China ihre Produkte verkaufen wollen, routinemässig zur Offenlegung ihrer Technologie gezwungen. Und nach wie vor machen vor allem deutsche Mittelständler in China die Erfahrung, dass ihre Produkte sofort kopiert werden, ohne dass die Behörden einschreiten.
Dass der chinesische Traum von der Technologienation hinter vielen Akquisitionen steht, ist offenkundig: Kuka etwa ist führender Hersteller von Robotern für die Industrieproduktion. Der Käufer Midea ist ein Low-Tech-Fabrikant von Klimaanlagen und Haushaltsgeräten, ohne Erfahrung in der Automatisierung. Überschneidungen im Produktportfolio gibt es nicht.


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