Rekordjahr 2016 27.12.2016, 13:02 Uhr

Chinesen übernehmen 58 deutsche Firmen

China will bis 2050 die technologische Führung übernehmen. Ein Mittel: die Übernahme deutscher Firmen. In diesem Jahr haben chinesische Unternehmen auf Einkaufstour so viel Geld ausgegeben wie nie zuvor.
(Quelle: Karl-Josef Hildenbrand)
Die Zahl chinesischer Firmenübernahmen in Deutschland hat einen neuen Höchststand erreicht - sowohl von der Anzahl der gekauften Firmen als auch vom Finanzvolumen her. Investoren aus China und Hongkong übernahmen von Januar bis Ende Oktober insgesamt 58 deutsche Firmen - 19 mehr als im Gesamtjahr 2015, wie die Unternehmensberatung EY (Ernst & Young) ermittelt hat.
Noch weit eindrucksvoller ist jedoch die Summe, die chinesische Investoren in diesem Jahr für Firmenkäufe in Deutschland bereits ausgegeben haben: 11,6 Milliarden Euro, gut 20 Mal soviel wie 2015 und mehr als in sämtlichen Vorjahren zusammen.
Drei Deals allein schlagen nach der EY-Untersuchung mit gemeinsam mehr als sieben Milliarden Euro zu Buche: die Übernahme des Augsburger Industrieroboterherstellers Kuka (4,6 Milliarden), des Münchner Maschinenbauers KraussMaffei (1,0 Mrd) und von EEW (1,6 Mrd), einem Hersteller von Müllverbrennungsanlagen in Göppingen.
"Die Übernahmen durch chinesische Investoren haben in den vergangenen Jahren stetig zugenommen", sagt Kai Lucks, Fachmann für Firmenübernahmen und Vorsitzender des Bundesverbands Mergers & Acquisitions. "Dagegen gibt es in China nur wenige Übernahmen durch deutsche Firmen. Die Situation ist asymmetrisch."
Dabei hätten auch Deutsche grosses Interesse an chinesischen Firmen, meint der frühere Siemens-Manager. "Durch eine Übernahme gewinnt man eine Vertriebsplattform, Management und Mitarbeiter." Oft gebe es schwer nachvollziehbare Ad-hoc-Verbote oder Gegenwind, "deutsche Unternehmen werden dadurch bei Übernahmen in China behindert", sagt Lucks. "Die Politik sollte auf Symmetrie achten."


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