Test: Acer Chromebook Tab 10

Software und Fazit

Chrome OS ist das Herzstück des Chromebook Tab 10. Das Google-Betriebssystem basierte ursprünglich auf dem Chrome-Browser und ist mittlerweile eine Art Hybrid aus Android und dem Chrome-Browser. Das OS soll möglichst leicht und günstig sein, und sich so für leistungsarme Geräte, beispielsweise an Schulen und in Entwicklungsländern zu empfehlen. Während das ursprüngliche Chrome OS ausschliesslich Webbasierte Apps in Chrome öffnen konnte, unterstützt Chrome OS mittlerweile die meisten Android-Apps. Ein ordentliches Angebot. Optimiert ist Chrome OS aber immer noch auf den Chrome-Browser und dessen Apps. Das merkt man bei der Leistung schnell: Chrome-Applikationen laufen durch das Band problemlos und schnell, bei Android-Apps konnten wir immer mal wieder Stotterer und kleinere Performance-Probleme feststellen. Nichts allzu Dramatisches aber doch bemerkbar.
Das bringt das Acer Chromebook Tab 10 in eine etwas ungemütliche Situation. Als Tablet würde das Tab 10 von Android-Apps profitieren, da diese besser für Touch-Interfaces optimiert sind. Allerdings laufen die Chrome-Applikationen flüssiger. Man muss als Nutz einen Kompromiss eingehen.
Multitasking mit YouTube für Android und YouTube in Chrome
Quelle: Screenshot / PCtipp
Dabei hätte Chrome OS durchaus seine Vorteile gegenüber Android. Allem voran die Updates direkt von Google. Bei Chrome OS gibt es kein banges Warten auf das neuste Sicherheitspatch, das der Hardware-Hersteller vielleicht erst Monate später liefert. Als ursprüngliches Desktop-OS funktioniert Chrome OS auch deutlich angenehmer mit Tastatur als Android. Zudem ist der Chrome-Browser von Chrome OS die Desktop-Version mit all deren Apps und Add-ons.
Eine interessante Eigenart gibt es bei der Verwaltung von offenen Apps. Anders als bei Android, wo inaktive Apps automatisch geschlossen werden, bleiben Apps in Chrome OS offen, bis man sie schliesst. So wie bei herkömmlichen Desktop-Betriebssystemen wie Windows oder MacOS. So kann man unter anderem Apps im Hintergrund laufen lassen und beispielsweise über eine Webseite Musik hören, während man arbeitet. Bei mobilen Betriebssystemen funktioniert das nur mit speziell dafür eingerichteten Apps wie Spotify. Im Gegenzug dazu, muss man auch selbst im Auge behalten, was noch alles offen ist, was insgesamt die Hardware mehr belastet. Gerade bei den limitierten Ressourcen eines Tablets muss man da schon aktiv dranbleiben, damit die Performance nicht zu stark leidet.
Insgesamt merkt man noch deutlich, dass Chrome OS nicht primär für Touch-Geräte entwickelt wurde. Dafür wäre eigentlich Android da. So verhält es sich mit Chrome OS auf dem Chromebook Tab 10 ein wenig wie mit Windows 10 auf einem Surface: Funktioniert schon, aber nicht optimal. Ein gutes Beispiel dafür ist die App-Verwaltung. Da man Apps in Chrome OS manuell schliessen muss, braucht es dazu einen entsprechenden Button. Dieser ist wie in Windows in einer Titelzeile oben rechts platziert. Und wie bei Windows-10-Apps versteckt sich der Balken automatisch. Bedient man Chrome OS mit einer Maus, fährt man einfach an den oberen Rand und der Balken erscheint. Mit Touch muss man vom oberen Rand her nach unten wischen. Das wird auf Dauer ganz schön mühsam.

Fazit

An sich ist das Acer Chromebook Tab 10 nicht schlecht. Die Hardware passt zum Anwendungszweck und Design muss nicht prioritär sein. Allerdings ist das Tablet auch teurer als ein 2018er iPad. Das, zusammen mit dem noch etwas unausgereiften Chrome OS für Touch, macht es schwierig, eine Kaufempfehlung abzugeben.
Acer Chromebook Tab 10
Positiv: Display, Verarbeitung, Desktop-Chrome
Negativ: Preis, Gewicht, Bedienung
Details: 9,7-Zoll-Display (2048 x 1536), Rockchip RK3399 (Sechskern, 2 GHz), 4 GB RAM, 32 GB Nutzspeicher, Chrome OS, 550g
Strassenpreis: Fr. 360.-
Info: acer.ch


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