Realitäts-Check: So gut ist das iPhone X wirklich

Brilliante Foto-Darstellung

Fotos und Videos werden auf dem iPhone X brillant dargestellt. Manch einer wird sich an der Aussparung am oberen Bildschirmrand stören, dort, wo die "TrueDepth"-Kamera sitzt. Im Test fällt der dunkle Bereich - von Apple-Kritikern spöttisch "the notch" (die Kerbe) getauft - schon nach wenigen Stunden kaum mehr auf. Bei der Videowiedergabe erscheinen ohnehin schwarze Ränder an den Seiten, so dass hier "the notch" keine Rolle spielt.
Damit Apps komplett in dem länglichen Bildformat dargestellt werden, müssen die Programme auf das neue System angepasst werden. Bei den eigenen Apps hat Apple das schon erledigt. Safari, Mail und die meisten anderen Apple-Apps füllten den Bildschirm komplett aus. Auch Facebook, Instagram, Snapchat, Twitter und viele andere Apps sind schon vorbereitet. Google und etliche andere App-Publisher dagegen müssen ihre Apps noch optimieren. Sie erscheinen derzeit oben und unten mit einem dicken schwarzen Rand.
Wie beim iPhone 8 verbaut Apple beim iPhone X auf der Rückseite nun Glas. Damit wird es möglich, ein iPhone auch drahtlos aufzuladen, indem man es einfach auf eine Ladematte legt, ohne das Smartphone mit einem Ladekabel anzustöpseln.

Utopisch hoher Preis

Bei der Kamera kommen - wie beim iPhone 8 Plus - zwei Sensoren und Linsen zum Einsatz. Erstmals sind beide mit einem optischen Verwacklungsschutz ausgestattet. Ausserdem ist das Teleobjektiv ein wenig lichtstärker als beim 8 Plus (Blende f/2.4 statt f/2.8). Bei hellem Licht ist im Alltag kaum ein Unterschied zu erkennen. Bei Kerzenschein oder wenig Licht geraten die Bilder des iPhone X ein wenig detailreicher. Spürbar besser als beim iPhone 8 fallen auch die Selfies aus, weil mit der TrueDepth-Technologie erstmals ein spezieller Porträtmodus auch für die Frontkamera angeboten wird. Damit kann man bei Selfies den Hintergrund unscharf erscheinen lassen, so wie bei professionellen Porträtfotos.
In anderen Bereichen vertraut Apple auf die Komponenten, die auch im iPhone 8 stecken. Herzstück ist der iPhone-Chip A11 Bionic mit sechs Rechenkernen. Vier davon übernehmen die Standard-Anforderungen an den Prozessor, während sich die beiden anderen Kerne ausruhen. Ist maximale Leistung gefragt, legen sich alle sechs Kerne ins Zeug. Das macht sich bei der Akku-Laufzeit bemerkbar, die im Vergleich zum iPhone 7 (rund 15 Stunden bei durchschnittlicher Nutzung) noch zwei Stunden länger ausfällt.
Ein grandioser, quasi randloser OLED-Bildschirm, eine funktionierende Gesichtserkennung, eine sehr gute Kamera: Die Hauptvorteile des iPhone X sind schnell aufgezählt. Der entscheidende Vorteil ist aber, dass man sich auf der Suche nach dem stärksten iPhone nicht mehr für die grosse Plus-Variante des iPhones im Phablet-Format entscheiden muss, sondern ein deutlich kompakteres Gerät auswählen kann.
Das hat alles seinen - für manche Interessenten utopisch hohen - Preis: Das iPhone X mit 64 Gigabyte (GB) Speicher kostet knapp 1199 Franken, mit 256 GB müssen sogar 1.389 Franken investiert werden.
Das ist wie am Anfang bereits erwähnt ein Test der DPA, wir werden das iPhone X zu einem späteren Zeitpunkt auch noch selber testen.



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