Geld 01.03.2019, 11:44 Uhr

Revolut: Die Banking App im ausführlichen Test

Das Startup aus London lockt auch in der Schweiz mit einer modernen App und vielen raffinierten, kostenlosen Leistungen. Wir haben Bank und Kreditkarte auf den Zahn gefühlt.
Das ist die kostenlose Karte für das gemeine Fussvolk
(Quelle: NMGZ / ze )
Die Kreditkarte: Ein kleines Stück Plastik mit einem Chip, das in der Herstellung fast nichts kostet. Sie ermöglicht Geldtransfers, die de facto überhaupt nichts kosten. Die Kreditkarte erlaubt es dem Herausgeber, horrende Gebühren, Wucherzinsen und andere Einnahmen zu generieren, ohne dass jemand einen Finger krumm macht. Kurz, eine typische Kreditkarte ist eine wahre Freude! (Ausser für den, der sie benutzt.)
Doch über diesem Geschäft ziehen dunkle Wolken auf, und die Sturmfront hat einen Namen: Revolut. Das Jungunternehmen aus London sagt den klassischen Banken und ihren Kreditkarten den Kampf an und überzeugt mit frischen Ideen. Die Karten sind flexibler, reich an praktischen Funktionen und vor allem sehr viel günstiger, als fast alles, was zurzeit in diesem Bereich mitmischt. Zu jeder kostenlosen Karte gehört ausserdem ein kostenloses Konto, mit dem Geld überweisen, verteilt oder gespart werden kann.
Allerdings stimmt die Bezeichnung «Kreditkarte» nicht ganz, denn Kredite gibt es (noch) keine; stattdessen handelt es sich um Prepaid-Karten von Visa, die vorab aufgeladen werden. Das führt zu einem sehr lockeren und schnellen Umgang mit dem Dienst, weil eine Bonitätsprüfung und der ganze Papierkrieg entfallen: Zwischen der Anmeldung in der App und der Aushändigung einer virtuellen Kreditkarte vergehen keine zehn Minuten – und zwar egal, wie spät es gerade ist.

Echte und virtuelle Kreditkarten

Sobald Sie den Anmeldeprozess abgeschlossen haben, erhalten Sie eine virtuelle Kreditkarte, die so gut ist wie jede andere auch. Sie trägt Ihren Namen, eine Nummer, besitzt ein Ablaufdatum und den dreistelligen Sicherheitscode. In der Schweiz stammen die Karten immer von Visa, in einigen anderen Ländern von Mastercard. Das spielt jedoch in der Praxis fast nie eine Rolle. Sie können jetzt Geld auf diese Karte laden und sie sofort fürs Onlineshopping nutzen, sobald die Überweisung verbucht ist. Darauf kommen wir noch im Detail zu sprechen.
Neben maximal fünf virtuellen Karten können Sie direkt in der App (wo auch sonst?) bis zu drei Karten aus klassischem Plastik bestellen. Die erste Karte ist kostenlos, die beiden anderen kosten jeweils einmalig Fr. 6.99. Doch egal, wie viele Karten Sie hüten: Alle bedienen sich aus ein und demselben Konto.
Die virtuellen und die physischen Karten bedienen sich am selben Konto
Quelle: Screenshot / ze
Diese Karten werden das einzige stoffliche Objekt sein, das Sie von Revolut erhalten. Denn das Unternehmen ist zwar seit Kurzem im Besitz einer litauischen Bankenlizenz, aber es gibt keine einzige Filiale oder Berater, keine Prospekte, keine gedruckten Kontoauszüge … nichts. Selbst auf der Website unter revolut.com sehen Sie lediglich Informationen zu den Produkten und Diensten in Englisch. Über den Chat finden Sie jedoch den Kontakt zu Menschen, die Ihnen bei Fragen oder Problemen weiterhelfen – in Englisch, notabene.

Kosten und Wechselkurse

Zu den besten Argumenten von Revolut zählen die überschaubare Kostenstruktur und die extrem günstigen Preise: Im Basispaket sind alle Leistungen gratis – angefangen von der ersten Plastikkarte über die Nutzung der App bis hin zu den meisten Geldtransfers. Auch die Kontoführung ist kostenlos.
Ausserdem profitieren Sie im Ausland von den bestmöglichen Wechselkursen. Revolut verwendet in jedem Fall den Interbankenkurs – also jenen Kurs, den die Banken für den Handel unter sich veranschlagen. Wenn Sie in den USA in US-Dollar bezahlen, wird stets der bestmögliche Umrechnungskurs zum Franken verwendet, wobei der Kurs fast sekundengenau eingefroren wird. Mehr noch: Wenn der US-Dollar gerade schwächelt und Sie sich ein Polster für die nächsten Ferien anlegen möchten, können Sie innerhalb von Sekunden ein Dollar-Konto hinzufügen und zum aktuellen Kurs füttern – und auch das ganz ohne Kosten.
Fremdwährungskonten sind kostenlos; abgerechnet wird zum Interbankenkurs
Quelle: Screenshot / ze



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