Neue Business-Chancen durch 5G

Praxisbeispiele mit 5G

«Abgesehen von den Angeboten traditioneller Mobilfunk­betreiber gibt es eine grosse Bandbreite potenzieller Anwendungsfälle für private 5G-Netze», erläutert Jens Kühner. «Bei Flughäfen ermöglicht 5G dank der Bandbreite eine zuverlässige, sichere Rollfeldüberwachung mit der Auswertung von Telemetrie- und Remote-Sensor-Daten. Im Bergbau kann 5G durch die niedrige Latenz die Kommunikation und Steuerung selbstfahrender Fahrzeuge und Maschinen sicherstellen.»
Und im Smart Manufacturing ist kollaborative Robotik ein gutes Beispiel. Damit Mensch und Maschine sicher zusammenarbeiten können, muss der Roboter in Echtzeit reagieren können. Das geht nur mit äusserst niedrigen Latenzzeiten.
Ein Sektor, der einem bei 5G nicht sofort einfällt, ist die Filmbranche. Doch dort wird regelmässig mit sehr grossen Datenmengen hantiert. Rohmaterial wird üblicherweise auf Festplatten per Kurier verschickt. Mit einem Campus-Netz liesse sich das Material dagegen in einer akzeptablen Zeit und sicher digital übertragen.
Auch öffnet 5G die Tür für VR- und AR-Anwendungen – nicht nur im Gaming-Bereich. «Unsere Stadion-Experience-Anwendung funktioniert so», erklärt Sebas­tian Solbach: «Ein Zuschauer in einem Fussballstadion hält sein Handy auf einen Spieler und bekommt Statistiken über seine bisherige Performance, seine Historie und Prognosen, was er im Spiel noch leisten könnte. Das Ganze funktioniert in Echtzeit. Die Entertainment-Industrie steckt voller Möglichkeiten.»
Cisco-Manager Dirk Wettig sieht Einsatzmöglichkeiten auch in der Landwirtschaft: Autonom fahrende Mähdrescher fordern während der Ernte selbstständig Ladewagen an und befüllen sie. Auf dem Feld verteilte Sensoren sorgen für optimale Düngung und Bewässerung. Feldroboter bringen eigenständig die Saat aus oder jäten Unkraut. Drohnen prüfen über Fotos und Bildverarbeitung den aktuellen Stand der Reife. Zudem überwachen Sensoren die Bedingungen im Stall und überprüfen die Milchleistung von Kühen.,
“Geringere Latenzzeiten sind eine der techno­logischen Kernerweiterungen, die wir durch 5G-Netze erreichen.„
Dirk Wettig, Client Director Deutsche Telekom bei Cisco

Königsweg Campus-Netzwerke

Campus-Netze – Funknetze, die auf begrenzten Gebieten wie Firmengeländen oder Fabrikhallen eingesetzt werden –  ermöglichen die räumlich limitierte Nutzung eines nicht öffentlichen Mobilfunknetzes. Solche Netze kann ein TK-Provider als Service bereitstellen, die Unternehmen können sie für eine grundstücksbezogene Nutzung aber auch selbst betreiben. Eine Voraussetzung dafür sind Lizenzen und Eigentum des Grundstücks. Zudem darf das Netz nur für innerbetriebliche Anwendungen genutzt werden.
«Campus-Netze bieten Unternehmen erstmals die Möglichkeit, mit relativ geringem Aufwand und überschaubaren Kosten ein eigenes, privates Netzwerk aufzubauen», schwärmt
Sebastian Solbach. «Das sorgt für erhöhte Mobilität und Zuverlässigkeit, auch wenn viele Endgeräte parallel im Einsatz sind. Da die Frequenzen nicht mit anderen Parteien geteilt werden, können Netzwerk-Besitzer jederzeit volle Verfügbarkeit erwarten.»
Eine zentrale Bedingung für den Aufbau eines Campus-Netzes ist laut Jens Kühner die Nutzung einer Container-Plattform, auf der die cloudnativen Services eines 5G-Netzes aus­geführt werden können. Und Dirk Wettig konstatiert: «Ein zweckorientiertes Campus-Netzwerk zeichnet sich dahingehend aus, dass es alle erforderlichen Konnektierungsformen unterstützt. Dazu gehören sowohl drahtlose Varianten als auch drahtgebundene und weitere Wide-Area-Anbindungsformen. Nahezu alles, was früher ein physischer Prozess war, wird zunehmend digitalisiert. Industrie 4.0 definiert Produkte und Prozesse digital neu und ein Campus-Netzwerk unterstützt dies, indem es multiple Campus-Zugangstechnologien bereitstellt. So lassen sich Mobilfunknetzwerke massschneidern, die Maschinen und Abläufe praktisch verzögerungsfrei vernetzen.»

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