"Der asiatische App-Markt ist unglaublich fortschrittlich"

"E-Commerce ist an mehreren Fronten bösartigen Bots ausgesetzt"

Können Sie ein paar Beispiele nennen, wie In-App Bots eingesetzt werden?
Müller: E-Commerce-Plattformen zum Beispiel sind gleich an mehreren Fronten bösartigen Bots ausgesetzt. Bots hacken sich mit riesigen Listen gestohlener Zugangsdaten in Benutzerkonten ein, um Finanzinformationen zu stehlen oder das Konto zu übernehmen, um Einkäufe zu tätigen. Ausserdem können Bots gefälschte Konten registrieren, um Betrug und Missbrauch von Bonus- oder Coupon-Aktionen zu begehen. Bots schaden auch der Benutzerfreundlichkeit, indem sie Website-Betreiber zwingen, Captchas und strengere Kennwortrichtlinien durchzusetzen.
 
Ein anderes Beispiel sind die sogenannten Scalping Bots, die limitierte Produkte - vom Turnschuh bis zum Konzert-Ticket - in Sekundenschnelle kaufen, um diese dann deutlich über dem Einkaufspreis weiterzuverkaufen, bevor legitime Nutzer überhaupt eine Chance auf eine Transaktion hatten.
 
Zuletzt ist auch der Bereich Travel Booking ein gutes Beispiel. Denn der Wettbewerb bei Reise-Apps ist gross, und die Preise sind für die meisten Kunden ein entscheidender Faktor. Da Reiseseiten auch als E-Commerce-Plattformen fungieren, werden Bots hier für Kontoübernahmen, Zahlungsbetrug und anderen betrügerischen Aktivitäten eingesetzt.

"Asien ist eine unserer Kernregionen"

Lassen Sie uns zuletzt noch auf Ihre Firmenstrategie eingehen. Werden Ihre jüngsten Zukäufe Acquired.io - eine Data-Aggregations-Plattform - und Unbotify - ein Start-up für Cybersecurity - in Adjust komplett integriert?
Müller: Beiden Firmen werden in Adjust integriert. Acquired.io wird komplett in Adjust integriert werden und sämtliche Mitarbeiter werden in den Hauptsitz nach Berlin ziehen. Der Firmenname wird nicht weiter bestehen. Unbotifys Firmenname bleibt bestehen. Das Büro in Tel Aviv wird als Research und Development Center von Adjust weiter existieren, das Team vor Ort wird über die kommenden Monate verdoppelt und der Standort stark ausgebaut.
 
Im Februar gingen Sie eine Partnerschaft mit Adways ein, einer japanischen Agentur für Mobile Marketing. Was hat es damit auf sich?
Müller:
Mit Adways haben wir nun in Japan einen weiteren sehr starken Partner gewonnen. Adways zählt zu den Top-Agenturen in Japan und wird uns dabei helfen, unsere Position im Markt weiter auszubauen.
Wie lukrativ ist denn der asiatische Markt verglichen mit anderen für Sie?
Müller: Asien ist eine unserer Kernregionen. Nach USA war Japan der zweite Markt, in den wir 2015 expandiert sind. Der asiatische App-Markt ist unglaublich fortschrittlich. Dies bedeutet auch, dass ein hoher Bedarf an technischem Know-how besteht, insbesondere im Bereich der mobilen Messung und Attribution.



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