Rückblick: Vor 10 Jahren übernahm Google YouTube

Google war die richtige Wahl

"Aber Google war die richtige Wahl", sagte Chen rückblickend. Das Start-up habe dringend Hilfe bei der Internationalisierung, aber auch in technischen Bereichen gebraucht. Mehr als 50 Prozent der User kamen nach Angaben des heute 38-Jährigen bereits von ausserhalb der USA. Zudem zeichnete sich die mobile Internetnutzung als wichtiger Markt ab.
Bei einem Geheimtreffen mit Schmidt und Google-Gründer Larry Page wurde der Deal abgestimmt. Als unauffälliger Treffpunkt wurde ein Restaurant Nahe des Highways zwischen dem Google-Standort in Mountain View und San Bruno gewählt. "Ich war zu nervös, um überhaupt etwas zu essen", erinnerte sich Chen.

In den kommenden Jahren entwickelte sich die Plattform zum Massenphänomen. 2012 knackte der koreanische Rapper Psy mit "Gangnam Style", als erster die Marke von einer Milliarde Abrufen.
PSY- Gangnam Style (Official Music Video)
2014 konnte man zuschauen, wie auf der ganzen Welt Menschen zu Pharrell Williams Hit "Happy" tanzten. Und YouTube-Stars - von LeFloid bis zu Bibi mit ihrem "Beauty Palace" - sind die Teenie-Idole von heute.

Mehr als eine Milliarde Nutzer

Zehn Jahre nach der Übernahme durch Google hat YouTube heute mehr als eine Milliarde Nutzer. Der Dienst steht in 76 Sprachen zur Verfügung. Minütlich werden weltweit mehr als 400 Stunden Material hochgeladen.

Allerdings, so gigantisch die Zahlen sind - ob und wieviel Geld Google letztendlich mit YouTube verdient, ist unbekannt. Die Marktforschungsfirma eMarketer schätzt, dass 2014 etwa 1,13 Milliarden US-Dollar Umsatz mit Werbung gemacht wurde. YouTube selbst erklärte 2015, dass die Partnerumsätze im Werbebereich im Vergleich zum Vorjahr um 50 Prozent gestiegen seien, "bereits das dritte Jahr in Folge in dieser Höhe".

Doch YouTube steht dennoch vor Problemen: Prominente Künstler wie Lady Gaga, Coldplay oder Ed Sheeran beschwerten sich erst im Sommer bei der EU-Kommission, dass der Dienst durch seine Gratisangebote die Musik entwerte. Die Branche kritisiert, dass YouTube gemessen an seiner Grösse viel zu wenig Geld abgebe.

"Es muss endlich klargestellt werden, dass auch Online-Plattformen wie YouTube Lizenzen für ihre Inhalte zahlen müssen - so, wie es Spotify, Apple Music oder Deezer tun", fordert etwa Florian Drücke vom Bundesverband Musikindustrie (BVMI).




Das könnte Sie auch interessieren