Kopfhörer-Wissen: Funktionsweise und Unterschiede

Kopfhörer: Low-Budget oder Highend-Gerät

Die Membran besteht bei allen Kopfhörern, egal welcher Bauart, meist aus Zellulose, Kunststoff oder in manchen Fällen sogar aus nichtmagnetischem Metall wie etwa Aluminium. Aber auch Papier wird – wie auch bei stationären Lautsprechern – verwendet.
Der Aufbau eines Over- oder On-Ear-Kopfhörers entspricht weitestgehend dem eines normalen Standardlautsprechers
Quelle: diez artwork/Shutterstock
Denon beispielsweise setzt bei seinen Over-Ear-Headphones AH-MM400 eine Mischung aus Papier und Kevlar ein, und Apple stattete seine Ear-Buds mit dem Modellwechsel 2012 mit einer Papier- anstatt einer Kunststoffmembran aus. Problematisch ist in diesem Zusammenhang allerdings die Anfälligkeit für Feuchtigkeit, weshalb Papier bei Sport-Kopfhörern von vornherein ausscheidet.
Die grossen Unterschiede bei den Preisen ergeben sich bei den verbauten Materialien, etwa bei den Magneten oder den in den Spulen gewickelten Drähten. Neben der Reinheit der Metalle, die Einfluss auf die Leitfähigkeit hat, ist auch die Festigkeit der Membran ausschlaggebend, wie gut ein Kopfhörer klingt.
Letztlich muss aber auch die gesamte Abstimmung eines Headphones passen, damit die zugespielte Musik möglichst originalgetreu wiedergegeben wird. Allerdings verändern viele Hersteller ihre Geräte so, dass beispielsweise Bassfrequenzen stärker präsent sind. Das hängt in erster Linie mit der Zielgruppe zusammen, die angesprochen werden soll.
Bestes Beispiel hier sind die bei Jugendlichen äusserst beliebten Beats-Kopfhörer, die nicht wegen ihrer linearen Wiedergabe gekauft werden, sondern wegen der basslastigen Auslegung. Audiophile Käufer schätzen dagegen eine möglichst originalgetreue Klangkulisse, ohne irgendwelche Veränderungen in den Frequenzbereichen. Hier hat sich der Begriff Studiokopfhörer inzwischen auch im Endkunden-Segment etabliert, die Preise für gute Geräte beginnen schon bei etwas mehr als 100 Euro und gehen bis in den vierstelligen Bereich.
Grundsätzlich gilt jedoch: Die vom Kopfhörer wiedergegebene Musik kann immer nur so gut klingen wie das zugespielte Material und der Zuspieler es zulassen. Ein 128-KBit/s-MP3 klingt auch auf einem 1.000-Euro-Gerät schlecht, und sogar schlechter als auf einem billigen Kopfhörer, da gute Headphones Schwächen einer Aufnahme viel schonungsloser wiedergeben.
Doch auch wer eine verlustfrei komprimierte FLAC-Datei mit einem grossen Highend-Over-Ear an seinem iPhone anhört, wird enttäuscht, da der Digital-Analog-Wandler im Apple-Smartphone zu schwachbrüstig für die grossen Treiber des Kopfhörers ist und somit viele Audioinformationen verloren gehen. Abhilfe gibt es hier in Form von portablen Mini-Verstärkern wie etwa dem A200p vom Heilbronner Hersteller Beyerdynamic.



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