«Joey» 21.11.2022, 11:11 Uhr

Mini-Roboter inspiziert unterirdische Rohre

Der Roboter Joey wurde zur Überprüfung von Rohrleitungen entwickelt. Er bewegt sich vollkommen selbstständig, durchsucht Rohrnetze nach Fehlern, macht Bilder davon und kommt bei geringem Akkustand gleich selbst zurück zum Ausgangspunkt.
Joey kann ohne Fremdsteuerung Rohrleitungen durchqueren und kommt bei tiefem Akkustand von alleine zu seinem Ausgangspunkt zurück.
(Quelle: Universität Leeds)
Joey ist ein neuer Roboter der University of Leeds zur Überprüfung von Rohrleitungen. Er wiegt laut Projektleiterin Netta Cohen nur 70 Gramm und ist damit so klein, dass er selbst Rohre mit einem Durchmesser von 7,5 Zentimetern passieren kann. Den Entwicklern nach bewegt er sich vollkommen selbstständig, ist also, anders als heute eingesetzte Inspektionskameras, nicht auf eine Fremdsteuerung angewiesen.

Robust in unwirklichem Umfeld

«Unterirdische Wasser- und Abwassernetze gehören zu den am wenigsten gastfreundlichen Umgebungen, nicht nur für Menschen, sondern auch für Roboter. Das ist bereits eine grosse Herausforderung», so Entwickler Thanh Luan Nguyen. Hinzu komme, dass Joeys winzig sind, also mit sehr einfachen Motoren, Sensoren und Computern funktionieren müssen, die wenig Platz benötigen und wenig Strom verbrauchen.
Joey bewegt sich auf 3D-gedruckten Beinen, die aus drei Speichen bestehen und kleine Hindernisse überwinden können. Er ist mit einer Reihe energieeffizienter Sensoren ausgestattet, die den Abstand zu Wänden, Kreuzungen und Ecken messen, Navigationswerkzeugen, einem Mikrofon sowie einer Kamera und Scheinwerfern, um Fehler im Rohrnetz zu filmen und die Bilder zu speichern. Die Herstellung des Prototyps hat nur 300 britische Pfund (rund 342 Euro) gekostet.

45 Sekunden für ein Meter Rohr

Das Team hat gezeigt, dass Joey ohne Anweisungen von menschlichen Bedienern seinen Weg durch ein experimentelles Netzwerk von Rohren findet, darunter eine T-Kreuzung, Abbiegungen nach links und rechts, ein Hindernis und gerade Abschnitte. Im Durchschnitt gelang es Joey, einen Meter Rohrnetz in 45 Sekunden zu überprüfen.
Für die Entwickler sind Sensoren wichtig, die Joey die Navigation ermöglichen, ohne die Kamera einschalten oder energiehungrige Computer Vision verwenden zu müssen. Das spart Energie und verlängert Joeys Aktionsradius. Ist die Batterie fast leer, kehrt Joey zu seinem Ausgangspunkt zurück, um diese wieder aufzuladen.

Autor(in) Wolfgang Kempkens, pte




Das könnte Sie auch interessieren