Erfolgreich getestet
13.12.2022, 11:16 Uhr

Roboter erntet Manganknollen unter Wasser

«Eureka 1» von Impossible Metals soll die Schätze auf dem Grund des Meeres erschliessen. Durch den Einsatz von KI wird sichergestellt, dass der Roboter kleine Lebewesen dabei gezielt in Ruhe lässt
Mit ihrem Unterwasserroboter «Eureka 1» will Impossible Metals den Abbau von Metallen für Batterien am Meeresgrund ermöglichen, ohne dabei das ökologische Gleichgewicht zu stören
(Quelle: Impossible Metals)
Mit dem Unterwasserroboter «Eureka 1», der die Umwelt kaum beeinträchtigt, will Impossible Metals die Schätze auf dem Grund des Meeres erschliessen - Manganknollen, die ausser den Metallen Kobalt, Kupfer und Nickel auch andere Metalle enthalten. Vor allem Hersteller von Batterien und Windgeneratoren sind darauf angewiesen. Bisher kam der Unterwasserbergbau kaum voran. Erntemaschinen stören massiv das Leben unter Wasser und letztlich das ökologische Gleichgewicht der Meere. Deshalb blieb es bisher bei Tests.

Schweben über dem Meeresboden

Der neue Roboter berührt den Meeresboden nicht, er schwebt in geringem Abstand darüber. Dann klappt er sein Unterteil auf und fährt Fangarme aus, die die Knollen einzeln packen und in den Bauch des Roboters befördern. Eine Kamera hilft den Greifern, die Knollen genau zu treffen. Eine auf Künstlicher Intelligenz beruhende Bildauswertung unterscheidet präzise zwischen Knollen und kleinen Lebewesen, de natürlich in Ruhe gelassen werden.
Ist der Laderaum des Roboters voll, schaltet sich ein Motor ein, der einen Propeller antreibt, sodass der mechanische Bergmann an die Oberfläche zurückkehren kann. Hier wird er vom Mutterschiff eingefangen, an Bord gehievt und entleert. Sobald die Bordbatterie wieder aufgeladen ist, kann er erneut auf den Meeresgrund sinken. Er ist für Tiefen von mehr als fünf Kilometern ausgelegt, sodass sich alle Manganknollenfelder abernten lassen. 2026 soll der erste Prototyp in Aktion treten.

Erfolgreiche Demo des Prototyps

Jetzt hat das Unternehmen demonstriert, dass es tatsächlich funktionieren kann. Der kühlschrankgrosse Prototyp des autonomen Unterwasserfahrzeugs hat in einer Tiefe von etwa 25 Metern Steine identifiziert, die aussahen wie Manganknollen, und sie eingesammelt. Wie geplant kehrte die Maschine selbstständig zur Wasseroberfläche zurück.
Bisherige Techniken wie Abbaggern und Absaugen durften lediglich probeweise eingesetzt werden. Die Meeresbodenbehörde der Vereinten Nationen, die International Seabed Authority, hat bisher nur wenige Explorationslizenzen und noch keine kommerziellen Abbaugenehmigungen erteilt. Vielleicht kann der Explorer daran etwas ändern, hofft Impossible Metals.




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