Allianz-Risikobarometer 14.01.2020, 12:22 Uhr

Hackerattacken sind weltweit grösstes Unternehmensrisiko

Cyberkriminalität wird für Unternehmen rund um den Globus immer gefährlicher - und teurer. Vor allem ein bewährtes kriminelles Geschäftsmodell funktioniert online bestens: Erpressung.
(Quelle: REDPIXEL.PL / shutterstock.ocm )
Hackerangriffe und Cyberkriminalität sind nach einer neuen Studie der Allianz für Unternehmen rund um den Globus zur grössten Bedrohung geworden. Im neuen "Risikobarometer" des Versicherers liegen Cyberattacken auf Platz eins der möglichen Bedrohungen, gefolgt von Betriebsunterbrechungen und "rechtlichen Veränderungen" - damit gemeint sind Handelskonflikte, Zölle, Sanktionen, Brexit und andere politische Risiken. Der Klimawandel rangiert auf Platz sieben der Geschäftsrisiken, in der häufig von Naturkatastrophen heimgesuchten Region Asien/Pazifik sogar schon auf Platz drei.
Die für die Industrieversicherung zuständige Sparte AGCS befragte für die Studie rund 2.700 Fachleute für Unternehmensgefahren in mehr als 100 Ländern, externe und interne Führungskräfte, Risikomanager sowie Versicherungsmakler und -experten.

Ransomware als besondere Gefahr

Bei den IT-Gefahren stellte AGCS-Manager Jens Krickhahn vor allem die Erpressung heraus. Die Cyberkriminellen verschlüsseln mit Hilfe von Ransomware Firmenrechner und verlangen anschliessend Geld für die Entschlüsselung. Das Phänomen ist seit Jahren bekannt, doch verlangen die Angreifer laut Allianz immer höhere Summen. Nach Worten Krickhahns waren noch vor wenigen Jahren 10.000 bis 20.000 Euro übliche Summen, inzwischen werden zweistellige Millionensummen verlangt.
Die Attacken sind laut Allianz häufig gut vorbereitet. Zuerst spionieren die Täter mit Hilfe von Spionage-Software E-Mails und Finanzdaten aus, bevor im zweiten Schritt die Verschlüsselungs-Software installiert wird.
Ein als äusserst gefährlicher geltender Trojaner ist das Schadprogramm Emotet, vor der auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik eindringlich warnt. Emotet späht vertrauliche Kontaktdaten aus und kann weitere Schadprogramme wie die Erpresser-Software Ryuk und den Banking-Trojaner Trickbot installieren, die Netze verschlüsseln und Bankdaten ausspähen.


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