Wie Google den Online-Stellenmarkt aufrollen will

Kooperation mit Stellenportalen

Spannend ist nun, mit welcher Begeisterung die vermeintliche Konkurrenz auf den Google-Vorstoss reagiert. Egal ob Facebook, LinkedIn, Glassdoor oder grosse Konzerne wie Johnson & Johnson: Sie alle begrüssen "Google for Jobs" und sehen keine aktuelle Bedrohung. "Google Job Listings hat das Potenzial, dass Millionen von Jobs, die auf LinkedIn zur Verfügung stehen, noch einfacher von Fach- und Führungskräften entdeckt werden können", so beispielsweise das offizielle Statement von Dan Shapero, VP Talent Solutions and Careers bei LinkedIn.
 
Aktuell noch nachvollziehbare Reaktionen, denn fast alle Jobsuchmaschinen fungieren als Aggregatoren für Google, darunter auch LinkedIn oder Indeed mit 20 Millionen Inseraten. Auch Facebook ist mit im Boot - obwohl das Portal erst im Fe­bruar 2017 eine neue Funktion startete, mit der Unternehmen auf ihren Seiten und im Nachrichten-Feed Stellenanzeigen verbreiten können.
 
Google besitzt offenbar direkte Schnittstellen zu den Portalen und spart sich in diesen Fällen den Weg über das Crawling. Die Job-Suchergebnisse will Google so präzise wie möglich ausliefern, darunter Details wie Fahrtzeiten zum Job. Dank der Daten der registrierten Google-Nutzer dürften die Angebote möglichst treffsicher ausgespielt werden können.
Unternehmen, die Stellen ausschreiben, sollen sich mit dem Tool "Cloud Jobs API" vernetzen können. Dort werden dann Jobausschreibungen analysiert. Laut Google hätten erste Partner aus der Industrie wie Johnson & Johnson und Fed Ex bis zu 18 Prozent mehr Bewerbungen auf ihre Ausschreibungen durch das System erhalten.

"One Click"-Bewerbung

Wer also beispielsweise nach "Retail Jobs" sucht, bekommt entsprechende Treffer aufgelistet, inklusive des Fundorts, wie LinkedIn etc. Die KI erkennt dabei, dass jemand der nach "Retail Jobs" sucht, möglicherweise auch an Stellen wie "Shop Floor Assistant" interessiert ist.
Quelle: Google
Die Suchtreffer kann der Nutzer mit Hilfe verschiedener Filter weiter präzisieren. Klickt man einen Suchtreffer an, landet man direkt auf der entsprechenden Stellenanzeige und kann sich dann dort mit einem Klick bewerben.
Über diese "One Click"-Bewerbung gibt es noch keine Informationen. So ist also unklar, ob der Nutzer etwa eigene Karriereprofile erstellen muss, die dann an Arbeitgeber weitergeleitet werden - oder ob Google Zugriff auf die Lebensläufe, die bei den Karriereportalen hinterlegt sind, bekommt.
Ebenfalls offen ist bis dato, wie viel die Firmen für jede Job­anzeige zahlen müssen, und wie sich ein Bieter- respektive Preiswettstreit um die oberen Anzeigen entwickelt. Das Rennen um die treffsicherste Stellenanzeige ist in jedem Fall eröffnet.




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