Deutsche Justizministerin Lambrecht fordert längere Gewährleistung

Kampf gegen Wegwerf-Mentalität

Eine längere Gewährleistung könnte den Herstellern einen wirtschaftlichen Anreiz geben, besonders langlebige und gut reparierbare Produkte zu entwickeln, erwartet Lambrecht. "Damit würden wir einer Wegwerf-Mentalität entgegentreten und eine moderne, nachhaltige Kreislaufwirtschaft stärken."
Verbraucherschützer sehen das ähnlich. "Längere Gewährleistungsfristen erhöhen natürlich den Druck auf die Wirtschaft, wirklich Qualität zu produzieren", sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Klaus Müller, der dpa.
Es gebe in der Gesellschaft den breiten Wunsch, mit dem Konsum zur Nachhaltigkeit beitragen. "Erstens, weil wir sehen, welches Müllaufkommen wir produzieren. Zweitens, weil es schlicht eine Kostenbelastung ist, wenn Dinge, die ich gekauft habe, zu schnell kaputtgehen." Auch wer seine Elektrogeräte gebraucht kaufe, wisse dann: "Das Ding ist nicht nach anderthalb, zwei Jahren defekt". Zumindest Waschmaschinen hätten nach seinem Eindruck früher deutlich länger gehalten, sagte Müller.
Der Handelsverband HDE hält diese Erwartung für unrealistisch. Änderungen bei der Gewährleistung führten nicht zu einer längeren Lebensdauer oder besseren Reparierbarkeit, erklärte der Verband. Zugleich wäre die von Lambrecht vorgeschlagene Änderung für die ohnehin von der Coronakrise schwer getroffenen Nicht-Lebensmittelhändler "eine Zusatzbelastung in Millionenhöhe".



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