Staubsaugroboter
15.03.2019, 10:47 Uhr

Test: Xiaomi Roborock S5

Der Xiaomi Roborock S5 kann putzen und feucht wischen und das zu einem fairen Preis. Mehrheitlich überzeugt er, doch er hat noch einiges zu lernen.
Der Xiaomi Roborock S5, hier in Weiss
(Quelle: Beijing Roborock Technology Co.)
Mit den Staubsaugrobotern ist es wie mit vielem: Ob man am Ende erfreut oder enttäuscht ist, hängt von den Erwartungen ab. Wer zu Hause Novilon-, Platten- oder (versiegelte) Parkettböden und nur Teppiche ohne lange Fasern hat, der ist grundsätzlich ein Kandidat für eine solche Putzhilfe.
Kabel, Bücher und Duplos werden für die Maschinen zum Hindernis. Der Hersteller Beijing Roborock Technology Co. weist darauf hin, dass man vor der Reinigung alles Herumliegende wegräumen soll. Wie realistisch das ist, dazu später.
Die manuelle Bedienung ist simpel, denn es gibt gerade mal drei Tasten oben auf dem Gerät: Reinigen An/Aus, Fleckenreinigung (Spot Cleaning) und Aufladen.
Wir haben den Xiaomi Roborock S5 in Weiss (S50), der uns von Digitec zur Verfügung gestellt wurde, durch eine kleine Stadtwohnung mit kunterbunter Bodenauswahl (ausser Teppich) kurven lassen. Die Smart-Home-App «Mi Home» haben wir mit einem Android-One-Smartphone (Android 9.0) verwendet.
Gefallen hat das schlichte, Ufo-förmige Design, die dezente Farbe und die Gerätesensoren (Absturz- und Wandsensor), die zuverlässig Hindernisse erkannten und umfuhren – ausser Kabel, die schleift der Vacuum-Reiniger gemütlich, aber gnadenlos mit. Auch ein gesundes Blatt eines Elefantenbaums musste dran glauben, ehe wir das verhindern konnten. Durch das runde Design und stetiges Rotieren kommt der Xiaomi-Roboter mit einer verwinkelten Wohnung gut zurecht.
Wenn sich der Roboter in einem anderen Raum befand, fand er die Ladestation nicht. Er irrte kurz herum und bat dann, näher gebracht zu werden. Wenn er sich im selben Raum befand, war das kein Problem.
In unserer Testwohnung gibt es zwischen jedem Raum eine ca. 2 cm hohe, rechtwinklige Schwelle. Darum haben wir nicht erwartet, dass sich der Roboter ohne Hilfe zwischen den Räumen bewegen kann (ausser vielleicht abwärts). Das Tüpfelchen auf dem I wäre gewesen, wenn der Xiaomi Roborock S5 noch grössere und robustere Räder für das Erklimmen von Schwellen gehabt hätte. Grundsätzlich, wenn eine leichte, abgerundete Erhöhung vorhanden ist, kann er sie dank seiner zwei Räder – laut Hersteller – überwinden.

Inbetriebnahme

Dank WLAN geht das Verbinden über das Heimnetz relativ schnell. Die automatische Suche (erfordert Standortzugriff) klappte jedoch mehrfach nicht. Dank Wi-Fi-Reset ging es nach zweimaligem Wiederholen.

Resultate

Staubsaugen
Der Roboter erfasst erst einmal den Raum und zwar mittels Laser-Entfernungssensor. Danach bewegt er sich in Schlangenlinien mehrheitlich von links nach rechts. Am Anfang scheinen die Bewegungen nicht immer Sinn zu ergeben. Ganz allgemein muss gesagt werden: Zu Anfang braucht man Zeit und Geduld. Wir haben mehrfach gedacht: «In dieser Zeit hätte ich dreimal selbst gesaugt.» Doch wenn ein Raum mal erfasst ist, geht es schneller. Allerdings steckt der Roboter schon mal an der Unterseite des Sofas fest, wenn er nicht darunter gelangen kann.
Die Seitenbürste, die aus drei kleinen, rotierenden Bürstchen besteht, hat uns nur bedingt überzeugt. Die Bürstenhaare sind eher kurz und nicht sehr dicht. Zwar befindet sich unter dem Gerät eine lange Hauptbürste, aber wir haben uns gefragt, warum nicht beidseitig mit einer Seitenbürste gereinigt wird.
Mit der Staubsaugerqualität waren wir mehrheitlich zufrieden. Auch wenn sich in einer Ecke mehr Staub ansammelt, ist er nach der Reinigung weg. Bei Bedarf tippt man auf die Taste «Spot Cleaning». Dabei fährt das Gerät in einem viereckigen Bereich mehrmals hin und her und intensiviert seine Bemühungen. Das war bei uns selten notwendig.
Feucht wischen
Unser Lieblings-Feature beim Roborock ist seine Wischfunktion. Wir hegen eine gewisse Abneigung gegen manuelles Feuchtwischen. Darum waren wir sehr erfreut, dass der Xiaomi-Roboter uns das abnahm – insbesondere zu einem Preis von rund 500 Franken. Für die Nasswischfunktion klickt man einfach auf der einen Seite des Roboters unten das Nasswischmodul ein. Ein Nasswischtuch kann leicht montiert und mit Klettsystem befestigt werden. Zwei Tücher werden mitgeliefert, müssen aber sonst separat dazugekauft werden.
Mit dem Ergebnis waren wir mehrheitlich zufrieden. Aber auch mit der Spot-Cleaning-Funktion wurde es nicht immer ganz sauber. Manchmal mussten wir entlang der Wände mit einem feuchten Lappen kurz ran – aber immer noch besser, als sämtliche Räume selbst feucht aufzunehmen.
Das Nasswischmodul mit Wassertank ist einfach hinzuzufügen und wieder zu entfernen
(Quelle: Beijing Roborock Technology Co.)



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