Wie Frühkäufer der Technikfalle entgehen

Risikogeräte erkennen

Kann man aber «Risikogeräte» überhaupt verlässlich erkennen und meiden? Für Christof Windeck eine Abwägungssache. Ein gewisses Risiko gebe es immer, aber: Wenn ein wenig bedeutender Hersteller ein neues Feature als einziger einführt, könne das ein Warnzeichen sein.

Um das sicher zu wissen, müsste man aber streng genommen ständig auf dem neuesten Stand sein, was die technische Entwicklung und Herstellerentscheidungen angeht. Aber: «Es ist schwer für Laien, da den Überblick zu behalten», sagt Windeck. Selbst Experten könnten nicht immer sagen, auf welchen Standard man sorglos setzen kann.

Grundsätzlich lohne es aber, auf etablierte Standards zu setzen. USB, Bluetooth und WLAN zum Beispiel haben sich bislang als recht langlebig und auch grösstenteils abwärtskompatibel erwiesen. Und er rät, neue Geräte in den ersten 14 Tagen nach dem Kauf bis ins kleinste Detail auszuprobieren. Funktioniert etwas nicht, kann man - zumindest beim Onlinehandel - einfach alles zurückgeben. Besondere Vorsicht gilt ausserdem bei Produkten, bei denen Funktionen versprochen werden, die erst später per Software-Update nachgeliefert werden sollen, warnt Windeck. Genau das passiere nämlich gern auch mal nicht.

Verbraucherschützer Gollner rät zudem, auf Redundanz zu achten. «Gerade bei Musikanlagen oder anderen technischen Geräten ist es wichtig, so viele Schnittstellen wie möglich zu haben», sagt er. So kann man möglicherweise auch durch Zubehör oder auf anderem Weg gegensteuern, wenn eine Funktion wegfällt. Verliert etwa ein Soundsystem aus Lizenzgründen seine Internetradio-Funktion, hat aber Bluetooth, kann man den Radiostream auch noch vom Handy drahtlos zur Anlage schicken.

«Grundsätzlich ist man beim Marktführer am sichersten», meint Gollner. Doch selbst Riesen wie Microsoft haben schon ohne grosses Aufheben Geräteunterstützung eingestellt - etwa für den MP3-Player Zune oder bei Skype für einige Smart-TVs. Ansonsten sollte man auf Standards setzen, die möglichst viele Anbieter unterstützen. Das gilt besonders dann, wenn es um Langlebiges geht, etwa ein System fürs Smart Home. «Man sollte beim Hersteller anfragen, ob es Anzeichen für eine Umstellung oder eine Einstellung eines Produktes gibt.»



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