Autonomes Fahren 16.08.2022, 09:46 Uhr

"UNCOVER" soll Unsichtbares erkennbar machen

Forscher vom California Institute of Technology haben ein Verfahren entwickelt, das künftigen autonomen Fahrzeugen erlauben würde, potenzielle Gefahren vorherzusehen, die noch nicht direkt sichtbar sind.
(Quelle: Caltech)
Changhuei Yang vom California Institute of Technology und sein Team haben mit "UNCOVER" ein Verfahren für künftige autonome Fahrzeuge entwickelt, das Plakatwände, Fassaden, Mauern und Ähnliches nutzt, um gewissermassen um die Ecke zu schauen. Die Artefakte fungieren dabei als Spiegel oder Linsen.
Nicht direkt sichtbare Objekte werden von Oberflächen wie Wänden reflektiert. Da diese das Licht jedoch streuen, statt es wie Spiegel punktgenau zu reflektieren, entstehen keine klaren Bilder. Computergestützte Bildgebungsverfahren könnten aber Infos aus dem Streulicht extrahieren und die Schärfe verbessern.

Punktgewimmel dient als Leitstern

UNCOVER löst das Problem der optischen Wellenfrontformung. Dies war bisher nicht praktikabel, da es einen Leitstern benötigt, um dem Streulicht einen Anhaltspunkt für den Aufbau eines Bildes zu geben, das zwar auch nicht scharf ist wie das, was die Kamera eines Smartphones produziert, aber ausreicht, um ein Objekt zu identifizieren. Ein Stern ähnelt einem Stern, ein Dreieck einem Dreieck und ein "H" einem "H".
Yang und sein Team nutzen das gestreute Licht selbst als Leitstern. "Wir können mit dieser Methode den gesamten Verkehr an einer Kreuzung sehen. Das könnte autonomen Autos helfen, potenzielle Gefahren vorherzusehen, die nicht direkt sichtbar sind", sagt Yangs Doktorand Ruizhi Cao. Dass UNCOVER noch nicht eingesetzt werden kann, liegt an der gewaltigen Datenfülle, die noch nicht in Echtzeit zu verarbeiten ist.

Autor(in) Wolfgang Kempkens, pte




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