Kampf der Smartphone-Schnüffelei

Den gesamten Datenverkehr filtern

Die Vollversion von Blokada ist nicht im Google Play Store verfügbar, dafür aber im vertrauenswürdigen F-Droid-Store, der nur quelloffene sowie kostenlose Anwendungen listet und zuvor selbst als App installiert werden muss.
Technisch funktioniert Blokada so: Der gesamte Datenverkehr wird auf dem Gerät lokal umgeleitet und über eine virtuelle Netzwerkverbindung (VPN) an die App geschickt und ausgewertet. Wie eine Firewall entscheidet die Anwendung dann, welche Daten passieren dürfen.
Firewall-Alternativen zum Unterbinden von Tracking sind zum Beispiel die App Netguard, mit der Nutzer den gesamten Datenverkehr von Apps sperren können, oder die App "Firewall ohne Root", die es ermöglicht, anhand von IP-Adressen separat für jede App die Kommunikation mit jedem beliebigen Server zu unterbinden.
iPhone-Besitzer stehen hier grundsätzlich vor einer grösseren Herausforderung, weil Apple tiefere Eingriffe in das iOS-System unterbindet. Neuerdings sind aber auch im App Store für iPhone & Co Firewall-Apps für iOS zu finden, die wie Blokada mit einem lokalen VPN arbeiten. Dazu gehört etwa die quelloffene App Lockdown.
Eine weitere Parallele zu Blokada: Auch in Lockdown lässt sich für zusätzliche Privatsphäre ein «klassischer» VPN-Dienst kostenpflichtig hinzubuchen.

Ein Tunnel für mehr Privatsphäre

Beim klassischen VPN läuft der gesamte eigene Internet-Datenverkehr quasi durch einen Tunnel bis zum Server des VPN-Dienstleisters. So werden nicht nur die eigene IP-Adresse und damit der Internetanschluss sowie der geografische Standort verschleiert. Dritte können auch nicht sehen, welche Seiten man aufgerufen hat oder den Datenverkehr mitschneiden. Als kleine Lösung nur fürs mobile Surfen gibt es auch Browser mit integriertem VPN-Dienst wie Opera.

"Bei VPN-Anbietern ist das Problem, dass Kunden dem Anbieter vertrauen müssen, dass er ihre Daten auch tatsächlich für sich behält", sagt Martin Gobbin. Kritisch sollte man bei kostenlosen Anbietern sein - und zum Beispiel unklarem Geschäftsmodell sowie Server-Standorten ausserhalb von EU-Ländern lieber verzichten.
Allerdings: VPN-Dienste schützen nicht vor Cookies und anderen Tracking-Technologien - und schon gar nicht vor der Datensammlung in sozialen Netzwerken oder bei anderen Diensten mit Anmeldung. Dort hat man viele persönliche Daten selbst hinterlegt. Und: Allein durch die Nutzung können Anbieter noch viel mehr erfahren - ganz ohne Tracker, wie Jo Bager erklärt: "Durch meine Aktionen, etwa Likes oder das Abonnement bestimmter Kanäle, haben sie genug Informationen über meine Interessen, um auch so ein Profil anzulegen."



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