Yourfone: "Wir werden aggressiv anbieten"

Yourfone statt Telefónica: "Der Kunde ist nicht verloren"

So ganz überzeugt sind die Partner aber noch nicht, sonst hätten ja die meisten schon unterschrieben. Immerhin fallen das VVL-Geschäft  und die bisherige Airtime-Beteiligung weg …
Schneider: Natürlich haben wir zumindest im stationären Vertrieb einen Bestand, der momentan bei null liegt. Also sind die Bestandskunden der Netzbetreiber unser Ziel. Wir werden daher aggressiv anbieten und den Wettbewerb attackieren. Aber wir haben auch Tarif-Bundles, die aus unserer Sicht so gut sind, dass die Kunden diese unbedingt haben wollen. Von unseren Partnern erwarten wir, dass sie Spass daran haben, Karten vom Wettbewerb zu holen. Ich habe bei Base ja die letzten drei Jahre den Vertriebskanal ‚Attacker‘ verantwortet, und daher weiss ich, dass das gut funktionieren kann.
Julian Valdenaire, Bereichsvorstand Vertrieb und Marketing Offline bei der Drillisch AG
Valdenaire:
Unser Tarifportfolio ist so aufgestellt, dass der Endkunde eigentlich in fast jedem Fall deutlich günstiger fahren wird, wenn er einen Neuvertrag bei uns abschliesst. Von daher wird es ein Einfaches für unsere Shop- oder Partnershop-Verkäufer sein, einen VVL-Kunden zu überzeugen. In diesem Zusammenhang vielleicht noch ein Hinweis zur Wettbewerbsbeschränkung: Wenn ein ehemaliger Base- oder O2-Kunde den Store eines Partnershop-Betreibers betritt, kann ihm natürlich auch ein Yourfone-Vertrag angeboten werden. Das ist eine Art Werbeeinwilligung und damit auch kein Wettbewerbsverstoss. Wenn der Shop-Mitarbeiter den Kunden kennt, ist das sogar ein zusätzlicher Vorteil, dann kann er ihn umberaten und dadurch konditionell besser stellen als bisher. Der Kunde ist also nicht verloren. Und bei einem neu gewonnenen Kunden ist die VVL nach zwei Jahren ohnehin möglich.
Inwieweit können sich denn interessierte Händler, die nicht auf der Telefónica-Liste stehen, als Betreiber eines Yourfone-Shops bewerben?
Schneider: Wir konzentrieren uns heute auf die Umsetzung der Telefónica-Standorte. Aber natürlich sucht jeder Betreiber immer den besten Footprint im Markt. Wenn wir die Chance haben, diesen zu erweitern, ohne bestehende Partner zu gefährden, so haben wir daran grundsätzlich Interesse. Und daher kann sich auch jeder bewerben.
Für Ihr Unternehmen ist der Vertrieb über stationäre PoS ja komplettes Neuland. War­um gehen Sie vor Ort überhaupt in dieser Art und Weise in den Wettbewerb mit anderen Shop-Ketten?
Valdenaire: Vor dem Hintergrund der Auslastung unserer von Telefónica übernommenen Netzkapazitäten müssen wir in alle Richtungen Gas geben. Nicht nur in selektiven Vertriebskanälen, sondern wirklich breit. Wir möchten Kunden am PoS erreichen und mit unseren Outlets nachhaltig betreuen.
Schneider: Wir haben jetzt das Netz des Marktführers, zumindest des Marktführers nach Kundenzahlen. Wir haben also alle Vorteile, die ein Telefónica-Kunde auch hat. Wenn wir das im Paket günstiger anbieten als die drei anderen, dann haben wir ein echtes Alleinstellungsmerkmal und einen guten Grund, warum ein Kunde­ bei uns abschliessen sollte. Und warum sich unser Produkt auch in unseren Shops gut verkaufen lässt. Ein vierter Betreiber tut gut. Wir werden dafür sorgen, den Wettbewerb da draussen richtig zu entfachen.
Haben Sie denn mittlerweile überhaupt ein einsatzbereites Yourfone-Team, das die Filialen und Partnershop-Betreiber ab dem 1. Juli betreuen soll? Sind hier schon alle Stellen besetzt?
Schneider: Fast. Wir haben bereits alle Regionalleiter sowie die Gebietsmanager für den Handel an Bord. Wir sind auch gerade dabei, die Gebietsverkaufsleiter für die Shop-Kette einzustellen, so dass wir am 1. Juli vollzählig aufgestellt sein werden. Alle rund 30 neuen Mitarbeiter in Innen- und Aussendienst kommen aus der alten E-Plus-Welt, was aber auch sinnvoll ist, da ein Grossteil der Filialen und Partner ebenso aus der alten E-Plus-Welt kommt. So passt das zusammen, und wir können optimal starten. Es muss sich niemand mehr eingewöhnen.
Valdenaire: Dazu kommt, dass wir uns durch die Akquisition von Phone House zusätzliche Expertise in den Konzern geholt haben. Wir haben einiges Know-how für den stationären Vertrieb gebündelt.



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