Hackerattacken: Identitätsdiebstahl ist am häufigsten

Hackerangriffe nach Branche: Gesundheitssektor am stärksten betroffen

In den ersten sechs Monaten 2016 war das Gesundheitswesen mit 27 Prozent aller Fälle am stärksten betroffen. Lediglich 14 Prozent aller Hackerangriffe zielten auf die öffentliche Verwaltung ab. Jedoch sind 57 Prozent aller in diesem Zeitraum gestohlenen Datensätze diesem Bereich zuzuordnen.

Einen Rückgang konnte der Finanzsektor verzeichnen - sowohl bei den kompromittierten Daten als auch bei den Angriffen: Nur zwölf Prozent aller Hackerattacken entfielen auf diesen Bereich. Das sind vier Prozent weniger als im zweiten Halbjahr 2015. Auch stammten nur zwei Prozent aller erbeuteten Datensätze aus der Finanzbranche. Im Einzelhandel gab es sogar noch weniger Vorfälle. Von Januar bis Juni 2016 hatten elf Prozent aller Angriffe diese Branche zum Ziel - sechs Prozent weniger als in der zweiten Jahreshälfte 2015.

Kleiner Zwischenfall versus gravierende Attacken

"Angriffe von Hackern werden immer häufiger, und gleichzeitig nehmen sie immer grössere Ausmasse an. Für Verbraucher, Aufsichtsbehörden und Unternehmen wird es vor diesem Hintergrund schwieriger, zwischen kleinen Zwischenfällen und gravierenden Attacken zu unterscheiden", kommentiert Armin Simon, Regional Sales Director Germany bei Gemalto.
"Ein Angriff, bei dem 100 Millionen Nutzernamen gestohlen werden, wiegt nicht genauso schwer wie ein Fall, bei dem Kriminelle beispielsweise an eine Million Kreditkartennummern und andere persönliche Daten mit finanziellem Wert gelangen. Es ist deshalb wichtig zu verstehen, welche Daten wirklich sensibel sind, wo sie gespeichert werden und mit welchen Methoden sie sich am besten schützen lassen. Starke Authentifizierung und Datenverschlüsselung sind beispielsweise sinnvolle Möglichkeiten. Denn verschlüsselte Daten, die sich nicht auslesen lassen, sind für Diebe wertlos."

Breach Level Index

Der Breach Level Index (BLI) ist eine länderübergreifende Datenbank für Cyberangriffe. Sie soll die Schwere eines Angriffs anhand des Datentyps, der Anzahl gestohlener Datensätze oder des Ursprungs des Angriffs ermitteln. Je nach Schwere des Vorfalls ordnet der BLI jedem Angriff einen Wert zu. Die Datenbank will damit Cyberattacken vergleichbar machen und helfen, kleine Zwischenfälle von Angriffen mit verheerenden Folgen zu unterscheiden.


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