Pilotstrecke 21.05.2019, 06:39 Uhr

Abhörsichere Kommunikation: Neue Initiative für Quanteninformationsnetz

Die dt. Bundesregierung will die Quanten-Forschung in Deutschland und Europa massiv voranbringen. Vor allem für eine abhörsichere Kommunikation sollen die Erkenntnisse dienen. Ein erstes Projekt erhält jetzt eine kräftige Anschubfinanzierung.
(Quelle: Dmitriy Rybin/Shutterstock.com )
Das Forschungsministerium will die Entwicklung der Quantentechnologie für eine künftige sichere Datenkommunikation in Deutschland und Europa voranbringen. In einem ersten Schritt soll die Technologie erforscht und auf einer Pilotstrecke zwischen zwei Behörden erprobt werden. Für das Projekt "QuNET" sollen dafür in einem ersten Schritt 165 Millionen Euro über sieben Jahre hinweg bereit gestellt werden, kündigte Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) in Berlin an. Die Fraunhofer Gesellschaft will bei dem Projekt "QuNET" dabei zusammen mit der Max-Planck-Gesellschaft und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt die Basis für ein erstes Netz zur Quantenkommunikation entwickeln.
Forschungsministerin Anja Karliczek will die Forschung im Bereich Quantentechnologie weiter vorantreiben.
(Quelle: Britta Pedersen / dpa)
Vertrauenswürdige Kommunikation sei die Grundlage für eine freie Gesellschaft, sagte Karliczek. "Im digitalen Zeitalter sind Wirtschaft und Gesellschaft auf eine sichere Kommunikation mehr denn je angewiesen." Die Quantentechnologie biete eine einzigartige Chance, sensible Informationen abhörsicher zu übertragen, besser als alle bisherigen Verfahren. Jeder Abhörversuch könne unmittelbar bemerkt werden.
Die Initiative soll dafür nun die physikalischen Grundlagen entwickeln, auf der ein hochsicheres Netz für die Bundesregierung entstehen solle. Die internationale Konkurrenz sei gross, sagte Karliczek. "Wir müssen die Forschung dazu deshalb schnell voranbringen." China etwa habe bereits 2017 einen Versuch zur quantenbasierten Satellitenkommunikation erfolgreich durchgeführt, sagte Karliczek. Deutschland und Europa müssten deshalb eigene Kompetenzen ausbauen, um nicht von anderen Ländern abhängig zu werden. "QuNET" solle ein erster Schritt hin zu einer gesamteuropäischen Architektur werden.


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