Desktop-PC: Darauf sollten Sie beim Kauf achten

RAM sowie kaufen oder bauen?

Arbeitsspeicher (RAM)
Bild 6: RAM soll vor allem schnell sein
(Quelle: NMGZ)
RAM (Random Access Memory) lässt sich am besten mit Ihren Händen vergleichen. Während der Arbeit im Büro benötigen Sie einige Dokumente. Sie gehen also zum passenden Regal und nehmen sich die benötigten Dokumente aus den Ordnern. Jetzt haben Sie alles, was Sie brauchen, aber auch die Hände voll. Ähnlich läuft es beim RAM. Öffnen Sie ein Dokument, kopiert der PC das Dokument von der langsamen Festplatte in das blitzschnelle RAM, damit er möglichst effizient damit arbeiten kann. Ist aber zu viel auf einmal offen, hat der PC die Hände voll und muss erst einmal etwas wieder ablegen, damit er noch gut arbeiten kann. RAM ist verhältnismässig günstig, aber dennoch oft ein Sparpunkt bei neuen PCs. Ausser der Speichermenge ist auch die Taktfrequenz des RAM wichtig, denn diese bestimmt, wie schnell Daten verarbeitet werden. Man kann zwar 64 GB RAM in seinen PC einbauen, wenn dieser langsam ist, bleibt auch der PC langsam, Bild 6.
Aktuelle Arbeitsspeicher: Üblich sind beim Arbeitsspeicher derzeit Taktfrequenzen von 2133 MHz, 2400 MHz und 3000 MHz mit 2400 MHz als Mittelweg zwischen maximaler Leistung und minimalem Preis. Die Performance-Gewinne bei höheren Taktfrequenzen halten sich in Grenzen. Die Diskussion um DDR3- oder DDR4-RAM hat sich mittlerweile grösstenteils erledigt. DDR4 hat sich durchgesetzt.
Nutzspeicher (SSD und HDD)
Bild 7: Die gute alte Magnetfestplatte verschwindet langsam, aber sicher
(Quelle: NMGZ)
Beim Nutzspeicher hat das SSD (Solid State Drive) das Angebot ordentlich auf den Kopf gestellt. Und in den kommenden Jahren wird die gute alte Festplatte (HDD = Hard Disk Drive) wahrscheinlich ganz aus dem Markt für Heimnutzer verschwinden, Bild 7. Die Preise für SSDs sind nicht mehr viel höher als für Festplatten und die Vorteile sind enorm. SSDs lassen sich massiv kleiner bauen, sind weniger fehleranfällig und robuster als Festplatten. Und was uns beim Thema High End am meisten interessiert: SSDs sind markant schneller als die alten Harddisks. Der Grund für diesen Unterschied: Die HDDs arbeiten mechanisch. Daten werden mittels Lese-/ Schreibkopf auf rotierende Scheiben geschrieben, daher auch der Name Festplatte. Dies macht die Harddisks langsamer und zum Beispiel auch anfälliger bei Erschütterungen.
Bild 8: SSDs werden nicht nur günstiger, sondern auch kompakter
(Quelle: NMGZ)
SSDs nutzen hingegen keine beweglichen Teile zum Speichern der Daten, sondern verwenden Speicherchips. Dadurch arbeiten sie nicht nur viel schneller, sondern auch geräuschlos. Sie können ausserdem auch eine andere Bauform als Festplatten haben. Gängig ist zum Beispiel zunehmend die Ausführung als Steckkarte, Bild 8. Durch den aktuell noch höheren Preis der SSDs hat sich ein Konfigurationsmodell bei Desktop-PCs durchgesetzt: Ein SSD im dreistelligen Gigabyte-Bereich wird für das Betriebssystem und einige wichtige Programme eingesetzt, ein HDD mit mehr langsamem Speicher im Terabyte-Bereich ist für alle anderen Daten zuständig.
Aktuelle Nutzspeicher: Bei den HDDs liegen die Unterschiede hauptsächlich bei der maximalen Drehzahl. 7200 rpm (rpm = revolutions per minute; Umdrehungen pro Minute) ist besser als 5400 rpm. So weit so einfach. Bei den SSDs wird es ein wenig komplizierter, erklärt aber auch, warum einige SSD-Module so viel teurer sind als andere. Die Hauptunterschiede zwischen SSD-Modulen liegen in der Lese- und Schreibgeschwindigkeit und im Format. Beim Format gibt es 2,5 Zoll und M.2. Die 2,5-Zoll-Module sind die rechteckigen Kästchen, die man schon seit ein paar Jahren kennt; sie sehen aus wie ein HDD, sind einfach ein wenig kleiner. Das neue M.2-Format spart noch einmal deutlich Platz und kommt im erwähnten Steckkarten-Formfaktor.
Selber bauen oder kaufen?
(Quelle: NMGZ)
Besonders wichtig ist es, die Datenraten zu beachten: Gute SSDs bieten Lese- und Schreibraten von über 3000 MB/s (lesen) respektive 2000 MB/s (schreiben). Ein gutes Merkmal für schnelle SSDs ist der NVMe-Standard. Dieser verwendet meistens PCI-E-Anschlüsse für das SSD, die durchschnittlich schneller sind als SATA-Alternativen. In Sachen Speicherplatz pro Franken geht noch immer nichts über eine herkömmliche HDD-Festplatte: 6 TB Platz für weniger als 300 Franken bei Top-Qualität sind schwer zu überbieten. Aber: Die SSD-Preise purzeln. 2 TB gibt es bereits für unter 500 Franken. Das sind zwar nicht die schnellsten Modelle, aber trotzdem klar zügiger als ein HDD. Ein Spitzenmodell mit 2 TB im M.2-Format kommt auf rund 700 Franken.



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