Skinkit 09.11.2022, 10:30 Uhr

Computer der Zukunft klebt auf der Haut

Forscher in den USA haben mit «Skinkit» eine Computer-Schnittstelle zum Anbringen an der Haut entwickelt. Die Auswahl an möglichen Einsatzgebieten ist gross. Von der Gesundheitsüberwachung über das Sport-Tracking bis zum Terminkalender.
Probanden nutzten Skinkit unter anderem für Wellness-Anwendungen, die Temperaturmessung, Kommunikation und assistive Technologien
(Quelle: Cornell University)
Forscher des Hybrid Body Lab der Cornell University haben mit «Skinkit» eine Computer-Schnittstelle zum Anbringen auf der Haut entwickelt. Die potenzielle Anwendungspalette ist gross und reicht von der Gesundheitsüberwachung bis hin zum Terminkalender. «Wir haben jahrelang daran gearbeitet, und ich glaube, wir haben endlich viele der technischen Herausforderungen gemeistert. Wir wollten einen modularen Ansatz für intelligente Tattoos entwickeln, um sie so einfach verwenden zu können wie Legosteine», sagt Projektleiterin Cindy (Hsin-Liu) Kao.

«Hauttuch» in Wunschform schneiden

Das intelligente Tattoo wird mit temporärem Tattoo-Papier, Silikon-Textilstabilisator und Wasser hergestellt, wodurch eine mehrschichtige Dünnfilmstruktur entsteht, die die Gruppe «Hauttuch» nennt. Das geschichtete Material kann in gewünschte Formen geschnitten werden. Kaos Team entschied sich für Quadrate mit einer Kantenlänge von 1,9 Zentimetern, die mit miniaturisierten flexiblen Leiterplattenmodulen ausgestattet sind und eine Reihe von Aufgaben ausführen können. Die Kanten sind mit Steckelementen versehen, sodass sich die Module wie Legosteine zusammensetzen lassen.
«Nutzer können sie leicht zusammenstecken und wieder lösen. Nehmen wir an, Sie möchten heute einen Sensor für einen bestimmten Zweck verwenden, morgen aber einen anderen. Sie können ihn einfach abnehmen und in wenigen Minuten neue Module anschliessen, die andere Aufgaben erledigen können», erklärt Kao. Um herauszufinden, wie Skinkit genutzt wird, liess ihr Team 25 Probanden zwei Tage lang damit herumexperimentieren.

Wellness, Fiebermesser und Tracker

Die Probanden hatten entweder einen Design- oder einen MINT-Hintergrund. Sie nutzten das Kit für Gesundheits- und Wellness-Anwendungen einschliesslich Temperaturmessung zur Erkennung von Fieber aufgrund von COVID-19, persönliche Sicherheit, Kommunikation und assistive Technologien, wie einen am Handgelenk getragenen Sensor, der vibriert, wenn der Träger kurz davor war, gegen einen Gegenstand zu stossen.

Autor(in) Wolfgang Kempkens, pte




Das könnte Sie auch interessieren