24.11.2006, 00:00 Uhr

Fair Trade bei PCs in vier Jahren möglich

Die Arbeitsbedingungen bei der Massenfertigung von Elektronikprodukten wie PCs, Notebooks, Fernseher oder MP3-Player haben den weltführenden Konzernen wiederholt Kritik eingebracht. Eine vom Bundesministerium für Bildung und Forschung in Auftrag gegebene Studie des Öko-Instituts zeigt nun auf, wie eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen möglich ist und Verbraucher besser als bisher über die Herstellung informiert werden können. Kritisiert wird vor allem, dass gerade für Hightech-Produkte derzeit keine Nachhaltigkeitssiegel und Kriteriensätze existieren, zumal die Produktion mittlerweile fast vollständig in ostasiatische Betriebe ausgelagert wurde. Als Lösung des Problems schlagen die Studienautoren vor, Unternehmen verstärkt zur kritischen Bewertung ihrer Produktionsprozesse zu bewegen. Als grösstes Problem gilt dabei vor allem die Nicht-Berücksichtigung von Produktions- und Arbeitsbedingungen in Zuliefer- und Subzulieferbetrieben, die im Normalfall keine direkten vertraglichen Bindungen mit den Markenanbietern aufweisen.
Aus diesem Grund schlägt das Öko-Institut eine unabhängige Zertifizierung der Zulieferbetriebe vor, die Aufschluss über die Arbeits- und Lebensbedingungen von Angestellten und Anwohnern geben könnte. Bei der Umsetzung der Massnahmen baut das Institut auf das Einsehen der Industrie, aber auch auf die Macht der Konsumenten. Die sich häufenden Medienberichte über schlechte Arbeitsbedingungen würden Markenhersteller zusehends unter Druck setzen, da diese die Integrität ihrer Marke nicht gefährden wollen. "Spätestens in vier Jahren wird der erste faire Computer im Handel sein", zeigt sich Rainer Griesshammer, stellvertretender Geschäftsführer des Öko-Instituts optimistisch. Die komplette Studie kann kostenlos unter heruntergeladen werden. (ph/pte)  http://www.oeko.de http://www.prosa.org


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