Von «Iron Man» bis «Half Life» 11.10.2020, 10:47 Uhr

Erst das Game, dann die Hardware: Gibt es die VR-Killer-App?

Vor einigen Jahren war es das Hype-Thema der Videospielbranche: virtuelle Realität. Nun ist es merklich ruhiger geworden, doch Technik und Software wurden verbessert. Lohnt sich eine Anschaffung?
Mit Preisen ab rund 450 Euro stellt die VR-Brille Oculus Quest den wohl derzeit günstigsten VR-Einstieg dar.
(Quelle: Andrea Warnecke/dpa-tmn )
Wenn Spieleentwickler Valve ein neues Spiel in der «Half Life»-Reihe herausbringt, dann geht es vor allem um eines: technische Innovation. So sollte es auch bei «Half Life Alyx» sein. Das Spiel war von vorneherein für virtuelle Realität (VR) konzipiert und sollte zeigen, was mit der Technik möglich ist.
Dafür wurde es mit Dutzenden positiver Kritiken bedacht, sogar als «VR-Meisterstück» bezeichnet. Das Spiel war geplant als Killer-Anwendung für VR: Eine Software, wegen der sich jeder die notwenige Hardware zulegen will.
Einer repräsentativen Umfrage des Digitalbranchenverbands Bitkom zufolge hat 2019 rund ein Drittel der Befragten VR schon einmal ausprobiert. Zehn Prozent haben ein Headset zu Hause. Dabei sind Videospiele die am meisten genutzten VR-Inhalte.

Am Markt hat sich nichts geändert

«Die Killer-App gibt es nach meiner persönlichen Meinung noch nicht», sagt Phillip Steinfatt, Mitgründer der Community-Plattform «VR-Nerds». «Garantiert haben sich zwar Leute, die sich vorher für VR nicht interessiert haben, für "Half Life Alyx" eine Brille gekauft. Aber es ist nicht so, dass meine Nachbarn mich darauf angesprochen hätten.» Wirklich etwas geändert habe sich nicht am Markt.
Hauptgrund dafür: die hohe finanzielle Einstiegshürde. «Bei VR in Verbindung mit einem PC braucht man einen speziellen PC mit einer High-End-Grafikkarte und dazu noch so eine Brille, die auch recht kostspielig ist», sagt Steinfatt. Die Kosten für den Rechner lägen bei etwa 1200 Euro, hinzu kämen 400 bis 800 Euro für das Headset und weiteres Zubehör.
Die derzeit wohl günstigste Variante ist die VR-Brille Oculus Quest ab rund 450 Euro. «Bei der Oculus Quest ist der Knüller, dass sie eine All-in-one-Brille ist. Man braucht keinen Rechner mehr und zahlt nur so viel wie für die nächstgünstige PC-VR-Brille», sagt Steinfatt. Auch fällt das Kabel weg: Es kann weder das VR-Erlebnis stören noch zur Stolperfalle werden. Dafür sind die Möglichkeiten der Darstellung begrenzter und die Brille sitzt deutlich schwerer auf Stirn und Nase.



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