Schweizer KMU im Digitalisierungs-Fieber

Vergleich zu Grossunternehmen

Und dennoch: «Der Schweizer Mittelstand hat zum grossen Teil die Herausforderung verstanden und steht der Digitalisierung offen gegenüber», stellt Bodenmann fest. «Wir sehen bei unseren Kunden, dass viele Unternehmen ihre Prozesse optimiert haben und – besonders hinsichtlich Kundenbeziehungen – digitale Technologien nutzen. Sie passen sich flexibel an neue Herausforderungen und modernisieren auch ihre eigenen Unternehmensabläufe.»
«Die digitale Zweiklassengesellschaft zeichnet sich schon seit einigen Jahren ab», sagt EY-CDO Andreas Bodenmann
Quelle: EY
Nebst Kundenbeziehungen (68 Prozent) spielen digitale Technologien für Schweizer KMU vor allem bei der Nutzung mobiler Endgeräte mit 57 Prozent sowie bei dem Verkauf und Bezahlung ihrer Produkte (52 Prozent) eine grosse Rolle.
Auch wenn ein Trend zur Akzeptanz zu sehen ist, tun sich insbesondere kleinere Mittelständler noch schwer. Digitale Technologien sind für die Geschäftsmodelle grösserer Unternehmen im Durchschnitt deutlich bedeutsamer. Während mehr als drei von vier Unternehmen mit Jahresumsätzen von mehr als 100 Millionen CHF digitalen Technologien eine mittelgrosse bis sehr grosse Bedeutung zumessen, liegt der Anteil bei kleineren Unternehmen bei nur 63 Prozent.
Kleineren Unternehmen fehlen oft die Mittel, um ihre Produktion oder ihren Vertrieb umzustellen. Über 70 Prozent der Befragten sehen zwar keine grundsätzlichen Hindernisse, um in digitale Technologien zu investieren, allerdings hemmen begrenzte finanzielle Möglichkeiten 14 Prozent der Befragten dringend nötige Investments zu tätigen. 10 Prozent fehlt es an Know-how und 9 Prozent an qualifizierten Mitarbeitenden.
«Viele Mittelständler können durch Digitalisierung in der Tat Geld, Zeit und Ressourcen sparen. Wenn es KMU an Geld und Personal fehlt, müssen sie ihre Flexibilität nutzen und – beispielsweise in Form von Kooperationen mit Forschungseinrichtungen - kreativ werden, um trotzdem mit der voranschreitenden Digitalisierung Schritt zu halten», kommentiert Bodenmann abschliessend.



Das könnte Sie auch interessieren