Finanzplatz Schweiz 23.08.2019, 09:07 Uhr

Privatbanken droht ohne Digitalisierung das Aus

Bei den Schweizer Privatbanken trennt sich offenbar bald die Spreu vom Weizen: Im schwierigen Marktumfeld hilft nur die Digitalisierung des Geschäfts. Das können sich nicht alle leisten.
Philipp Rickert von KPMG Schweiz hat auch die Auswirkung der Digitalisierung auf Privatbanken untersucht
(Quelle: KPMG Schweiz)
Den Schweizer Privatbanken geht es auf den ersten Blick relativ gut. Die Sparte insgesamt konnte ihre Geschäftszahlen im Jahresvergleich verbessern. Das Wachstum wird allerdings hauptsächlich von den grossen Privatbanken getragen. Kleinere Unternehmen mussten aufgrund hoher Betriebsausgaben, dem schwierigen Marktumfeld und dem Fehlen von Neukundengeldern teilweise herbe Verluste verbuchen. Das sind Momentaufnahmen aus der «Privatbankenstudie» der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG und der Universität St. Gallen, die am Donnerstag in Zürich präsentiert wurde.
Die Studie basiert auf der Analyse der Geschäftsberichte von 87 in der Schweiz tätigen Privatbanken. Insgesamt sind noch 101 Institute präsent, nachdem während der letzten 18 Monate acht Unternehmen vom Markt verschwunden sind und ein Institut von der Finma die Bankenlizenz erhalten hatte. Nach Angaben von KPMG sind damit seit 2010 insgesamt 62 Privatbanken vom Finanzplatz Schweiz verschwunden.
Wie Christian Hintermann, Head of Advisory Financial Services bei KPMG Schweiz, an der Studienpräsentation sagte, zeigten die Ergebnisse, dass die Privatbanken übermässig von den Finanzmärkten abhängig sind. Das schwierige Marktumfeld des Jahres 2018 habe die Schwäche der Institute offengelegt: Die meisten – vornehmlich kleinen – Privatbanken hätten ihre Prozesse nicht ausreichend verbessert, um ihren Geschäftserfolg nachhaltig zu sichern. Nun litten sie unter hohen Kosten und den geringen Neukundenzuflüssen.



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