Centi bringt den digitalen Franken

Man muss zuerst selbst ein Risiko eingehen

Für die Gründer war von Anfang an klar, dass sie selbst Kapital in die Firma einbringen werden. Das eigene Investment, da ist sich Müller sicher, half dabei, auch andere Investoren vom Projekt zu überzeugen.
Die Corona-Pandemie liess die Gründer noch einmal zögern. Doch sie sahen darin auch eine Chance. Denn dadurch würde die Digitalisierung massiv angetrieben und sich das Hygieneverständnis in der Gesellschaft beim Umgang mit Geld nochmals verändern. Am 30. März 2020, kurz nach Pandemiebeginn, war es schliesslich so weit und die Entrepreneure gründeten ihr Start-up.

Meilensteine App-Store und Genehmigung

Auf die grössten Meilensteine in der Geschichte von Centi angesprochen, kommen Müller zwei spezifische Ereignisse in den Sinn. Eines davon ist die regulatorische Genehmigung und die Aufnahme von Centi in den Verein zur Qualitätssicherung von Finanzdienstleistungen. «Das war der Wegbereiter, damit wir sagen konnten, ja, die Technologie, die wir bauen, können wir auch wirklich am Markt anbieten.» Ein technisches «Proof of Concept», so Müller, sei vergleichsweise einfach zu erstellen. Gerade bei den Finanzintermediären sei die Möglichkeit, eine Technologie wirklich am Markt verkaufen zu können, nochmals ein grosser Schritt. Als zweiten Meilenstein nennt Müller die Veröffentlichung der Centi-App in den beiden App-Stores im letzten September. Das sei bei Finanz-Apps nicht einfach, denn es gäbe in diesem Bereich gerade bei Apple einige Reviews, die es zu bestehen gelte.

Der digitale Schweizer Franken

Für 2023 hat sich Centi gleich mehrere Ziele gesetzt. Dazu gehören unter anderem die Gewinnung von 1000 Händlern in der Schweiz, die Akquise erster Händler in Dänemark, wo Centi soeben die Erlaubnis zur Aufnahme des Geschäfts von der Schweiz aus erhalten hat, sowie 20 000 App-Downloads. Als besonders wichtiges Ziel sieht Müller jedoch die geplante Herausgabe eines digitalen Schweizer Frankens als Token auf der Blockchain, der vollständig durch eine Schweizer Bankgarantie abgesichert ist. Im Zahlungsbereich sei es extrem wichtig, dass der Konsument in der Währung operieren kann, in der er auch denkt. Die Bankgarantie sorge dafür, dass man den digitalen Schweizer Franken auch wirklich als Zahlungsmittel einsetzen kann.

Grosse Konkurrenz, aber nicht überall

In der Schweiz muss Centi gegen mehrere Konkurrenten antreten. Während die Kreditkarten und Twint in vielen Bereichen bereits etabliert sind und grosse Marktanteile besitzen, sieht Müller gerade im Micropayment-Bereich «ein ganzes Feld, das es zu beackern gilt». Das liege aber auch daran, dass dieser Markt auch noch nicht so weit entwickelt sei wie jener der normalen Retail-Zahlungen. «Wir versuchen nicht, gleich jede Kartenzahlung zu ersetzen. Wir suchen gezielt nach den Pain-Points und die sind bei kleinen Überweisungen und Micropayments am grössten», so Müller.
Die Firma
Centi
ist ein Zürcher Unternehmen, das im Zahlungsbereich tätig ist. Das Start-up hat es sich zum Ziel gesetzt, diesen Prozess zu digitalisieren und dadurch sowohl einfacher und günstiger als auch hygienischer zu machen. Um dieses Ziel zu erreichen, setzt Centi auf die Blockchain-Technologie. www.centi.ch





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