Analysten überrascht 27.01.2021, 08:31 Uhr

Zweite Corona-Welle belastet Ifo-Geschäftsklima stark

Zum Jahresauftakt verschlechtert sich die Stimmung in deutschen Unternehmen. Die Erholung der deutschen Wirtschaft sei vorerst beendet, sagen die Münchner Ökonomen. Und wie werden die Aussichten für die kommenden Monate beurteilt?
(Quelle: Corona Borealis Studio / shutterstock.com )
Die Stimmung in den Unternehmen in Deutschland hat sich zu Beginn des Jahres angesichts der verlängerten Corona-Beschränkungen überraschend deutlich eingetrübt.
Im Januar fiel das Ifo-Geschäftsklima, Deutschlands wichtigster Konjunkturindikator, im Monatsvergleich um 2,1 Punkte auf 90,1 Zähler, wie das Ifo-Institut in München mitteilte.
Analysten hatten im Schnitt nur einen Rückgang auf 91,4 Punkte erwartet. Im Dezember hatte sich die Stimmung in den deutschen Unternehmen nach zwei Rückgängen in Folge noch verbessert.
"Die zweite Corona-Welle hat die Erholung der deutschen Wirtschaft vorläufig beendet", kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest das Ergebnis der Umfrage unter etwa 9.000 Unternehmen. Sowohl die aktuelle Lage als auch die Aussichten für das nächste halbe Jahr wurden durch die befragten Unternehmen schlechter bewertet.
Im Bereich Dienstleistungen sei der Indikator für das Geschäftsklima "merklich" gesunken, hiess es. Der Sektor wird durch die Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie besonders hart getroffen. Im Bereich Handel ist der entsprechende Indexwert geradezu abgestürzt, von plus 0,3 Punkten im Dezember auf minus 17,2 Zähler im Januar. "Die Stimmung verschlechterte sich, teilweise massiv, in nahezu allen Einzelhandelssparten", betonte das Ifo.
Aber auch im verarbeitenden Gewerbe, zuletzt eine Stütze der deutschen Wirtschaft in der zweiten Corona-Welle, ist der Indexwert nach acht Anstiegen in Folge wieder gesunken. Auch im bisher robusten Bauhauptgewerbe habe sich das Geschäftsklima verschlechtert.


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