Versand-Apotheke 06.02.2023, 07:55 Uhr

Shop-Apotheke-Konkurrent Zur Rose fokussiert sich auf den deutschen Markt

Die Online-Apotheke Zur Rose veräussert ihr Schweizer Geschäft an den Schweizer Einzelhändler Migros und will sich künftig auf Deutschland konzentrieren. Die Zur-Rose-Aktien schnellten in Reaktion auf die Nachricht hoch - Konkurrent Shop Apotheke hatte das Nachsehen.
(Quelle: Zur Rose)
Der Shop-Apotheke-Konkurrent Zur Rose verkauft sein Schweizer Geschäft und fokussiert sich damit auf den deutschen Markt. Die Veräusserung an den Schweizer Einzelhändler Migros dürfte Zur Rose laut einer Mitteilung rund 360 Millionen Franken in die Kassen spülen. Durch den Mittelzufluss werde das Unternehmen "weitgehend schuldenfrei". Der Abschluss der Transaktion wird im zweiten Quartal 2023 erwartet. Die Zur-Rose-Aktien schnellten hoch, Shop Apotheke fielen.

Die Papiere von Zur Rose verdoppelten in der Schweiz kurz nach dem Handelsstart ihren Wert nahezu auf 75 Franken. Zuletzt schmolzen die Gewinne aber ein Stück weit ab: Die Papiere notierten noch rund 39 Prozent im Plus.

Ringen um Kunden vor der Einführung des E-Rezeptes

Die Aktionäre der Shop Apotheke fürchten indes eine Erstarkung des Wettbewerbers im Ringen um Kunden vor der Einführung des E-Rezeptes, von dem sich beide Unternehmen viel versprechen. Die im Nebenwerte-Index SDax notierten Papiere knickten um viereinhalb Prozent auf 68,30 Euro ein.

Laut Analyst Volker Bosse von der Baader Bank ist der strategische Schritt von Zur Rose eine Überraschung - wenngleich er immer wieder als Möglichkeit diskutiert worden sei, um die finanzielle Stabilität zu verbessern. Zur Rose stärke die Kapitalstruktur, fokussiere sich mehr, werde aber auch kleiner.

Mit signifikant gestärkter Kapitalstruktur sei man nun optimal für das elektronische Rezept in Deutschland und die Digitalisierung im Gesundheitswesen positioniert, hiess es denn auch von den Schweizern, die in Deutschland unter der Marke Doc Morris am Start sind.

Zur Rose erwirtschaftete 2022 in der Schweiz einen Umsatz von 686,8 Millionen Franken. Die Betriebsgewinn-Marge (EBITDA) bezifferte Zur Rose am Freitag auf 3 Prozent. Das Schweizer Geschäft stand damit für gut 37 Prozent des Konzernumsatzes von 1,84 Milliarden Franken.

Das Gros ihres Umsatzes machte Zur Rose 2022 mit 1,09 Milliarden Franken denn auch in Deutschland. Die vom deutschen Gesundheitsminister Karl Lauterbach auf Mitte 2023 angekündigte landesweite Umsetzung des E-Rezepts soll die Umsätze aber weiter anschieben.




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