Bilanz 19.02.2020, 11:55 Uhr

Deutsche Telekom meldet bestes Geschäftsjahr der Firmengeschichte

Es läuft bei der Deutschen Telekom: Der Bonner TK-Konzern meldet zum Teil deutliche Verbesserungen in nahezu allen Bereichen und freut sich über das beste Geschäftsjahr der Firmengeschichte.
Telekom-Chef Tim Höttges
(Quelle: Deutsche Telekom )
Die Deutsche Telekom sieht sich nach einem Jahr mit deutlichem Wachstum in den wichtigsten Konzernsparten für die Milliardenübernahme in den USA gerüstet. Mit einem merklichen Gewinnsprung und Verbesserungen auch bei ehemaligen Sorgenkindern geht der Dax-Konzern die teuren Investitionen in den Staaten an, die der anstehende Zukauf des Rivalen Sprint dort mit sich bringt. Telekom-Chef Tim Höttges konnte am Mittwoch in Bonn auf breiter Front Erfolge vorweisen und den Anlegern weitere Zuwächse in Aussicht stellen.
Der Konzernüberschuss legte um knapp 80 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro zu. Das lag unter anderem am Ergebniswachstum in den USA und auch in Europa. Die Telekom verbuchte zudem vor allem deutlich weniger Sondereinflüsse mit insgesamt 1,1 Milliarden Euro. 2018 hatte die Telekom noch 2,4 Milliarden Euro vor allem für Personalmassnahmen und Abschreibungen aufgewendet. Bereinigt um diese wäre der Überschuss im vergangenen Jahr um knapp 9 Prozent gewachsen.
Der Umsatz kletterte auch dank Zukäufen und Wechselkurseffekten um 6,4 Prozent auf 80,5 Milliarden Euro. Die Telekom profitiert weiter vom brummenden Geschäft in den USA, wo sie rund die Hälfte ihres Gesamtumsatzes macht. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen wuchs konzernweit wie erwartet um 7,2 Prozent auf 24,7 Milliarden Euro. Dieses Jahr soll es auf 25,5 Milliarden Euro zulegen.
Ein Händler sagte am Morgen, das sei etwas schwächer als gedacht, könnte sich aber mit Aussagen des Managements auf der Bilanzpresskonferenz als Vorsicht herausstellen. Die Aktie legte zum Handelsstart um gut 1,5 Prozent zu. Das Zahlenwerk der Telekom sei besser als erwartet ausgefallen, hiess es von JPMorgan. Die Aktie hatte in den letzten Wochen bereits spürbar an Wert gewonnen, nachdem sich die Telekom in einer wichtigen Wettbewerbsklage gegen die angestrebte Fusion in den USA durchsetzt hatte.
Der freie Mittelzufluss (Free Cashflow) vor Dividenden und Ausgaben für Mobilfunklizenzen soll von 7 auf 8 Milliarden Euro klettern, was mehr wäre als von Experten geschätzt. Der freie Mittelzufluss ist für Investoren wichtig, da er über die künftige Finanzkraft unter anderem für die Dividende Aufschluss geben kann. Allerdings hatte die Telekom wegen der anstehenden Milliardenübernahme des Rivalen Sprint in den USA die Ausschüttung für das vergangene Jahr bereits bei 60 Cent gekappt.

Deutschland: Mobilfunk-Serviceumsatz legt zu

In Deutschland stand im vergangenen Jahr der Ausbau von schnellen Internetanschlüssen im im Mittelpunkt. Rund 28 Millionen Haushalte und Unternehmensstandorte können inzwischen Supervectoring mit Bandbreiten von bis zu bis zu 250 Mbit/s nutzen, betonte der Bonner TK-Konzern. Zudem meldete die Telekom zum Ende des Jahres 2019 rund 14,4 Millionen glasfaserbasierte Anschlüsse - das waren 2,2 Millionen mehr als ein Jahr zuvor. Mehr als 3,6 Millionen Kunden verzeichnet das internetbasierte Fernsehen Magenta TV. Allein im vierten Quartal 2019 konnte die Telekom hier 74.000 Neukunden verzeichnen. Das Bündelprodukt Magenta Eins zählt aktuell 4,7 Millionen Kunden - somit stieg der Magenta-Eins-Anteil bei den Mobilfunk-Vertragskunden von 51 auf 57 Prozent.
Ebenfalls positiv: Die Mobilfunk-Serviceumsätze legten im Quartal um 1,4 Prozent zu. Im gesamten operativen Segment Deutschland stieg der Umsatz 2019 um 0,9 Prozent auf 21,9 Milliarden Euro. Das bereinigte Ebitda Al wuchs im Gesamtjahr gegenüber 2018 um 2,4 Prozent auf 8,7 Milliarden Euro.


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