Test: Capture One Pro 12

Wo fehlt es noch? Fazit und Bewertung

Wo fehlt es noch?

Capture One Pro 12 ist eine ausgezeichnete Software, aber nicht perfekt. Lightroom ist Capture One nach wie vor bei der Verwaltung überlegen. Die Integration von Lightroom in andere Software und Webdienste ist noch unerreicht. Möglicherweise können Plug-ins hier helfen, das muss sich aber erst zeigen. Das Interface von Capture One Pro könnte ebenfalls noch ein wenig Arbeit vertragen. Die Reiter zum Wechseln der Werkzeuge sind enorm wichtig, aber auch sehr klein und gehen leicht unter. Ebenfalls schön wäre die Möglichkeit, die Werkzeugleiste zu scrollen. Dann wäre auch die Anpassbarkeit der Werkzeugleiste noch besser. Aktuell zwingt einen die Software praktisch dazu, wenige Tools in einen Reiter zu packen, da man sonst nur ein Tool oder zwei davon überhaupt offen haben kann.
Das Interface von Capture One Pro 12 ist eher kompliziert
Quelle: Screenshot / PCtipp
Ein Punkt, an dem Capture One Pro selbst nicht direkt etwas ändern kann, ist die Beliebtheit. Natürlich ist Beliebtheit per se kein guter Gradmesser für die Qualität einer Software. Allerdings bringt sie einige Vorteile mit sich: Wer nach einer guten Lightroom-Anleitung sucht, findet tonnenweise Inhalte. Entsprechendes Material zu Capture One Pro ist deutlich rarer. Ebenso bieten viele bekannte Fotografen Voreinstellungen an, die aber nur in Lightroom funktionieren. Ähnlich, wie wenn man sich eine Handy-Hülle kaufen möchte: Für Apple und Samsung gibt es zuhauf, alle anderen haben wenig Auswahl.
Die wohl grösste Lücke an Funktionen ist der Mangel an Bracketing-Werkzeugen. Fans von HDR, Focus-Stacking oder automatischen Panoramen müssen sich dafür externe Software suchen. Das wäre vor ein paar Jahren noch weniger ein Problem gewesen, da damals keine grössere Foto-Software eine wirklich gute Stacking-Funktion anbot. Allerdings ist die Automatische-HDR-Funktion von Lightroom mittlerweile sehr ausgereift und Macphuns Luminar bietet mit Aurora HDR eine massgeschneiderte Zusatzapplikation an. Vielleicht kommt das ja in Capture One Pro 13.

Fazit

Capture One Pro 12 ist eine Wucht einer Software. Für anspruchsvolle Fotografen gibt es keine einzelne Applikation, die so viele Möglichkeiten in einer so hohen Qualität bietet. Nur Adobe mit der Lightroom/Photoshop-Kombination kann mehr. Die grösste Hürde für Capture One Pro 12 ist die Nutzeroberfläche. Die Massen sind sich die unvergleichliche Einfachheit von Lightroom gewöhnt und trotz viel Engagement von Phase One bleibt der Umstieg harzig. Falls Sie noch nicht zu tief im Adobe-Ökosystem verwurzelt sind, ist Capture One eine exzellente Wahl für anspruchsvolle Fotografen, die das meiste aus ihren Bildern holen möchten. Es sei denn, Sie mögen HDR.
Capture One Pro 12
Positiv: Bearbeitungswerkzeuge, Bildqualität, Preismodelle
Negativ: Oberfläche, kein HDR-Stacking
Details: RAW-Converter und Fotobearbeitung für Windows und macOS, mit Masken und Ebenen
Strassenpreis: ab Fr. 329.–
Info: phaseone.com


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