Drucker 03.09.2019, 12:50 Uhr

Test: Multifunktionsgerät HP Officejet Pro 9022

HPs neuer Officejet Pro 9022 bringt Tinte in die Office-Welt. Das moderne Büro-Multifunktionsgerät will dazu bei Drucktempo, Ausstattung und Bedienung überzeugen. Der NMGZ-Test verrät, ob dies in der Praxis gelingt.
HP Officejet Pro 9022: günstiges Multifunktionsgerät
(Quelle: HP )
Es hört sich verlockend an, was Hersteller Hewlett Packard in sein neues All-in-One-Spitzenmodell, den Officejet Pro 9022 (Strassenpreis: Fr. 260.-), hineinpackt: Das MFG druckt soll bis zu 24 Seiten pro Minute drucken, kann dank seiner Duplexeinheit für den Druck und (!) Scan selbst doppelseitige Dokumente (also mit bedruckter Vorder- und Rückseite) in einem Rutsch kopieren, und soll, so der Hersteller, auch beim Tintenverbrauch recht genügsam sein.
HP Officejet Pro 9022: mit 2 × 250 Blatt an Papiervorrat
Quelle: NMGZ
Der Reihe nach: Das kompakt gebaute 4-in-1-Gerät (44 × 55 × 32 cm, B × T × H) ist Drucker, Scanner, Kopierer und Fax in einem. Gedruckt wird mit vier Patronen (Schwarz, Magenta, Cyan und Gelb), die sich, sofern diese leer sind, auch einzeln austauschen lassen. Der Papiervorrat umfasst üppige 2 × 250 Blatt. Das Ausgabefach kann dagegen bis zu 100 Blatt aufnehmen. Auf der Oberseite des Gerätes befindet sich zudem die ADF-Einheit (steht für Automatic Document Feeder = automatischer Vorlageneinzug). Dieses Fach kann nochmals insgesamt 35 Blatt aufnehmen, um sogar auch doppelseitige Dokumente in einem Durchgang zu scannen und dank integrierter Duplexdruckeinheit auch zu kopieren.
HP Officejet Pro 9022: auch Duplexscans sind möglich
Quelle: NMGZ
Gerade dieses Feature kann in der Praxis viel Zeit einsparen (mehr dazu auf der nächsten Seite). Komplettiert wird die Ausstattung mit einem vorderseitigen USB-Direkt-, LAN- und rückseitigen USB-Port. Um auch kabellos mit dem MFG zu arbeiten, hat Hersteller HP zusätzlich WLAN-N verbaut. Autark bedienen lässt sich der Officejet Pro 9022 mit seinem 6,75 cm grossen farbigen Touchscreen. Der fällt mit seiner Grösse zwar nicht üppig aus, erfüllt aber noch, unserer Meinung nach, das Mindestmass. Ein separater Ziffernblock zur Eingabe fehlt dem Gerät allerdings.

Installation und Tempo

Die Installation

Inbetriebnahme: einfache Installation der Software
Quelle: NMGZ
Die Installation verläuft bei HP-Druckern immer nach dem gleichen Schema, und wird mit einem bebilderten Faltblatt in verschiedenen Sprachen, das dem Gerät beiliegt, sinnvoll unterstützt. Für den lokalen Anschluss via USB-Port empfiehlt es sich, zuerst die «Installer»-Software «123.hp.com» herunterzuladen. Danach, während der Softwareinstallation, wird das am USB-Port eingesteckte All-in-One-Gerät bereits gefunden und mit neusten Treibern respektive optionalen Softwarekomponenten, falls gewünscht, fertig installiert. Summa summarum nimmt diese Installation rund 5 bis 10 Minuten in Beschlag. Danach kann bereits gedruckt, gescannt, kopiert und gefaxt werden.
HPs Smart App: Installation auf dem Smartphone
Quelle: NMGZ
Wer den Drucker über sein Smartphone in Betrieb nehmen will, kann dies genauso elegant per Smart-App des Herstellers erledigen. Nach der Installation lässt sich dann per Handy drucken oder auch scannen, und zwar vom gesamten Netzwerk aus.
Gut gefallen hat uns dabei die Implementierung der Digitalisierungseinheit: Gescannt werden kann nämlich direkt auf den USB-Stick, in (Netzwerk-) und Cloud-Ordner, Share-Point und natürlich auch E-Mail. Zum gesamten Bedienmenü: Wie gesagt fällt der farbige Touchscreen nicht gerade gross aus, dafür ist er aber aufgeräumt. Auch weniger technikaffine Anwender dürften sich aufgrund der klaren transparenten Menüstruktur schnell zurechtfinden, auf verschachtelte Untermenüs (z.B. Druck, ein- oder doppelseitig, 1 nach 2, 2 nach 2, usw.) hat der Hersteller weitgehend verzichtet. Im Test liess sich mit den typischen Finger-Wischbewegungen zwischen den Menüs schnell hin- und herwechseln.

Drucktempo und Qualität

Druckqualität

Wie gut Tempo und Qualität beim Druck tatsächlich sind, offenbaren unsere vielseitigen Tests. Kurzum: In unseren Geschwindigkeitstests erwies sich der Officejet Pro 9022 als regelrechter Turbo. Nach nur 8 Sekunden liegt das erste A4-Blatt im Ausgabefach, nur 29 Sekunden benötigt das Gerät für unser 10-seitiges, farbiges Mischdokument, das aus Text, farbigen Diagrammen, Tabelle und Grafiken besteht. HP
HP Officejet Pro 9022: Fotodruck
Quelle: NMGZ
Um 10 Blatt einseitig bedrucktes Papier auf fünf doppelseitig bedruckte Blätter per Duplexeinheit umzuwandeln, vergehen ebenso kurze 52 Sekunden. So richtig lässt das MFG (Multifunktionsgerät) seine Muskeln spielen, wenn es darum geht, doppelseitige Dokumente per ADF-Einheit zu kopieren. So benötigt das MFG nur 45 Sekunden, um unser doppelseitig bedrucktes Dokument 1:1 durch das Tintendruckwerk zu schleusen und auszugeben. Das ist für ein Gerät dieser Preisklasse einzigartig. Beim A4-Fotodruck vergehen hingegen 55 Sekunden, bis das Foto, in «bester» Qualität, fixfertig vor uns lag.
HP Officejet Pro 9022: scharfer Textdruck
Quelle: NMGZ
Und wie es mit der Qualität der Ausdrucke ausschaut? Auch hier hinterlässt das Multifunktionsgerät einen starken Eindruck. Der Textausdruck ist sauber, störende Satellitenpixel an den Rändern der Buchstaben, die das gesamte Textbild aufschwämmen und die einzelnen Buchstaben ausgefranst erscheinen lassen würden, sind selbst nicht bei 50-facher Mikroskop-Vergrösserung zu sehen.
HP Officejet Pro 9022: präziser farbiger Diagrammdruck
Quelle: NMGZ
Schräge Linien werden ebenso sauber aufs Blatt Papier gebracht, und was genauso wichtig ist, ohne Aussetzer innerhalb der Linie. Beim immerhin möglichen, randlosen Vierfarbdruck kommen die Ergebnisse auf dem Blatt Papier bezüglich des Fotodrucks nicht ganz an die eines Spezialisten mit fünf oder sechs Einzelpatronen heran. Aber immerhin: Dafür, dass mit vier Patronen gedruckt wird, ist das Druckbild wiederum scharf, detailliert und auch die Farbübergänge sind präzise genug.

Druckkosten und Fazit

Druckkosten

Zu den Druckkosten: HP bietet einen günstigen Seitenpreis. Genutzt werden kann dazu die HP-Tinten-Flatrate «Instant Ink». Das Besondere: Im Kaufpreis mit drin sind zwei Probemonate des HP-Tinten-Flatrate-Dienstes. Auch das gibt dem Gerät ab Start einen guten Mehrwert. HP Officejet Pro 9022: Tintenbehälter lassen sich von vorne hineinschieben.
HP Officejet Pro 9022: Tintenbehälter lassen sich von vorne hineinschieben
Quelle: NMGZ
Wird nach den beiden Probemonaten auf die automatische Zulieferung verzichtet, die ebenso bei «Instant Ink» Bestandteil ist, und separat Tinte gekauft, werden für eine schwarzweisse A4-Seite mittelteure 4,6 Rappen fällig, für eine entsprechend farbige Seite müssen Anwender hingegen 10,1 Rappen bezahlen. Noch teurer wird das Ganze selbstverständlich, wenn auf intensiven Farbfotodruck zurückgegriffen wird. Dann liegen die Seitenpreise, je nach Grösse des Bilder und Formates schnell um das 4- bis 7-fache höher. Der Kauf beinhaltet eine zweijährige Bring-In-Garantie auf das Gerät.
Fazit: HPs Officejet Pro 9020 ist eine Messlatte für die Konkurrenz. Das MFG bietet einen schnellen, präzisen und detailreichen Office-Druck, faire Verbrauchspreise, und eine hervorragende Ausstattung, der es quasi an nichts fehlt. Interessant für Vieldrucker ist die Instant-Ink-Flatrate, die dadurch für überschaubare und kalkulierbare Preise sorgt.
HP Officejet Pro 9022
Positiv: Ausstattung, Bedienung, Drucktempo, Druckqualität
Negativ: Kleiner, farbiger Touchscreen, mittelteurer Unterhalt
Details: Tintenstrahl-Multifunktionsgerät (Drucker, Scanner, Kopierer, Fax), vier einzelne Patronen, 1200 x 1200 dpi, Duplexeinheit für Druck und Scan, ADF: 35 Blatt, Papiervorrat: 2 x 250 Blatt, Touchscreen: 6,75 cm, 2 Jahre Bring In
Strassenpreis: Fr. 260.-
Info: www.melectronics.ch


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