Desktop 12.06.2018, 10:28 Uhr

Test: Acer Predator Orion 9000

Einer der grössten und teuersten Tower in der Geschichte des PCtipp-Testcenters geht an den Start. Die Erwartungen sind entsprechend hoch.
Was für ein Panzer
(Quelle: Acer)
Hebt man den Predator Orion 9000 das erste Mal aus seiner Verpackung, könnte man meinen, man stünde vor den Toren von Minas Morgul. Der Orion 9000 ist gigantisch, kantig und wirkt mit seiner blassblauen Beleuchtung richtig gespenstisch. Diese sieht man zwar erst, wenn der PC läuft, aber dennoch.
Was Grösse und Gewicht angeht, hat Acer mitgedacht: Der Orion 9000 verfügt sowohl über zwei solide Traggriffe als auch über zwei keine Rädchen auf der unteren Rückseite. Hebt man die Front des Towers an, lässt sich der PC relativ bequem rollen.
Die nächste Herausforderung für den Orion 9000 folgt sogleich: Wohin mit dem Ding? Auf dem Tisch wirkt der PC fast zu bedrohlich (wir wären wieder bei Minas Morgul) und unter dem Tisch ist nicht unbedingt genügend Platz. In meinem Fall musste ich meinen Bürotisch anheben, um den Orion unter der Kabelführung durchzubringen. Kein Wunder, bei einer Gehäusehöhe von über 64 cm.
Die bulligen Masse des Orion 9000 haben stellenweise sogar ihren Grund. Neben Platz fürs Innenleben bietet das Gehäuse einige Extras. Darunter eine Headset-Halterung auf der Front und ein praktisches Seitenfenster. Letzteres lässt sich für Wartungsarbeiten leicht öffnen. Platz für Upgrades gibt es genug.

Ausstattung

Da stellt sich die Frage: Was soll man denn bei einem 4800-Franken-PC upgraden wollen?
Auf der Seite gibt es eine praktische Glastür
(Quelle: Acer)
Sicher schon mal nicht die CPU. Verbaut ist einer der schnellsten Chips, die der Konsumentenmarkt jemals gesehen hat: der Intel Core i9-7900X. Mit zehn Prozessorkernen und einer Taktfrequenz von 3,3 GHz (bis 4,3 GHz im Turbo-Modus), leistet die CPU definitiv ihren Beitrag. Auch die verbauten 32 GB DDR4-RAM (2400 MHz) sind mehr als genug.
Am ehesten sind folgende Upgrades eine Überlegung wert:
Speicherplatz
512 GB reicht als System-SSD aus. Wer aber gerne alles auf eine Platte schmeisst, braucht wahrscheinlich mehr Platz. Ähnliches gilt für die 2 TB Festplattenspeicher. Das reicht für viele Nutzer, aber längst nicht für alle.
Grafikkarte
Verbaut ist eine Nvidia GeForce GTX 1080 Ti, aktuell wohl die beste Grafikkarte auf dem Markt. Allerdings in unserer Konfiguration nur eine davon. Das verwundert: Acer verbaut eine Wahnsinns-CPU, massenhaft RAM und sonst alles, was man sich wünschen kann. Spart aber beim Gaming-PC an der Grafikkarte. Verstehen Sie mich nicht falsch: Eine einzelne GTX 1080 Ti kommt mit ziemlich jedem Game klar, das man aktuell darauf loslassen kann. Bei einem PC dieser Preisklasse wäre eine zweite Grafikkarte jedoch schon ein logischer Schritt gewesen.
Software
Hier wäre weniger wieder mal mehr gewesen. Der Orion 9000 ist vollgeladen mit Apps und Software, die man wahrscheinlich nicht braucht. Steam macht noch Sinn, aber das meiste, was danach kommt, hat mit Gaming wenig am Hut und wurde aus anderen Gründen vorinstalliert. Das Upgrade wäre hier also ein Upgrade auf ein weniger überladenes Windows.

Anschlüsse und Lieferumfang

Bei den Anschlüssen gibt es die übliche Kost. Von der GTX 1080 Ti gehen ein HDMI- und drei DisplayPort-Stecker weg. Ideal für Nutzer mit drei Monitoren. Dazu gibt es zwei USB-C-Anschlüsse, einen auf der Front und einen auf der Rückseite. USB-A gibt es viermal in schnell (3.1) und zweimal in langsam für Maus und Tastatur.
Ebendiese werden mit dem Orion 9000 mitgeliefert. Falls Sie jedoch Ihr Gaming auch nur halbwegs ernst nehmen, können Sie die Peripherie gleich wieder im Karton verschwinden lassen. Sowohl Maus als auch Tastatur sind allerhöchstens unteres Mittelmass und für den Gaming-Einsatz fast nicht brauchbar.
Für Vielreisende gibt es Rädchen am Gehäuse
(Quelle: Acer)
Zwei Beispiele dafür: Es gibt keine logische Möglichkeit, die DPI der Maus herauszufinden. Für FPS-Spieler ist das zwingend nötig. Die Maus reagiert zudem auch mit relativ grossem Abstand zum Mauspad noch. Das führt dazu, dass man als Spieler die Maus oftmals sehr hoch anheben muss. Das verlangsamt die Reaktionszeit deutlich. Die Tastatur ist vom Tippgefühl her etwa durchschnittliches Ramschtisch-Niveau. Das wäre grundsätzlich noch okay, wäre da nicht der schwache Key-Rollover. Drückt man mehr als drei Tasten gleichzeitig, geht schon nichts mehr. Etwas, das beim Gaming regelmässig vorkommt.
Besser sieht es beim Audio aus. Da wird zwar nichts mitgeliefert, aber die Anschlüsse des Orion 9000 sind hier sehr gut. Line-In und Line-Out auf der Front für das Headset plus ein Surround-Panel auf der Rückseite. Mehr braucht man nicht. Wer übrigens am PC noch gerne DVDs oder Blu-rays schaut, kann beruhigt sein: Im Gehäuse des Orion 9000 war noch Platz für ein optisches Laufwerk.



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