16.05.2007, 00:00 Uhr

Deutsche Forscher entwickeln Spamfilter für VoIP-Telefonate

Wissenschaftler des Instituts für Informatik an der Universität Potsdam arbeiten an einer Schutzlösung gegen unerwünschte Anrufe über VoIP (Spam over IT - SPIT). Derzeit werden Filterlösungen entwickelt, die einen besseren Schutz gewährleisten sollen, indem prognostiziert wird, ob ein eingehendes Telefonat ein Werbeanruf ist. Der zweite Ansatz ist, dass der Angerufene entstandene Kosten einfordern kann, wenn er einen Spam-Anruf erhält. Damit sollen die unerwünschten Werbeanrufe für den Spammer teuer und somit unattraktiv gemacht werden. "Der erste Schritt bei der Spam-Erkennung ist die Analyse des Telefonieverhaltens des Anrufers", meint der Forscher Stefan Liske im Gespräch mit pressetext. Über dieses kann der VoIP-Provider nun eine Prognose erstellen, mit welcher Wahrscheinlichkeit es sich um einen Spam-Anruf handelt.
Diese Informationen werden an den Angerufenen weitergegeben, der schliesslich entscheidet, ob er das Gespräch mit Kosten belegen will. "Allein durch die Reaktion des Anrufers auf die Kostenansage, kann wiederum auf dessen Absichten rückgeschlossen", so Liske. Auf diese Weise wird ein Reputationssystem aufgebaut, das Spammer zuverlässig erkennen soll. Die Software wurde auf der Grundlage bereits bekannter Abwehrmassnahmen programmiert und lasse sich leicht auf bestehende VoIP-Architekturen übertragen, heisst es in einer Aussendung der Universität. Sie bestehe aus einer Sammlung von Softwarekomponenten und ermöglicht es dem Telefonie-Anbieter, eine Spamanruf-Prognose für anstehende Gespräche abzugeben, ohne dass es zu einer merklichen Verzögerung im Gesprächsaufbau kommt. Das Anti-SPIT-Tool richtet sich an grosse Anbieter von VoIP-Diensten, die mithilfe der Lösung ihre eigenen VoIP-Angebote verbessern und ihre Kunden vor der drohenden Spam-Lawine schützen können. (ph/pte) http://www.cs.uni-potsdam.de


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