GSM-Abschaltung 02.12.2020, 15:11 Uhr

Das stille Ende einer Revolution

Auf Ende 2020 schalten Salt und Swisscom das erste digitale Mobilfunknetz 2G/GSM ab. Damit endet nach 27 Jahren eine Ära. Allerdings dürften mehr Benutzer davon betroffen sein, als beide Betreiber es vielleicht ahnen. Genau diese Gruppe könnte Sunrise bedienen.
2G wurde durch neuere Technologien wie 4G und LoRaWAN abgelöst, später auch durch 5G
(Quelle: Bild: Shutterstock/Andrey Suslov)
Die digitale Mobilfunkära der Schweiz startete im März 1993 am Genfer Autosalon. Dort gab die damalige Telecom PTT (seit 1998 Swisscom) den Startschuss für GSM. GSM steht für «Global System for Mobile Communications», dem ersten digitalen Mobilfunkstandard (2G). Er löste alle mobilen Analognetze (1G) schrittweise ab und brachte in der Schweiz unter der Bezeichnung «NATEL D GSM» den Wechsel auf digitale Funkkanäle. Zudem wurde das Netz nicht mehr lokal bei den Vermittlungsstellen, sondern zentral über eine Client-/Server-Architektur basierend auf damals topmodernen UNIX-Rechnern gemanagt – eine weithin unbemerkte Revolution, die den Netzbetrieb deutlich vereinfachte.
Noch Mitte der 1990er-Jahre kostete ein GSM-Telefon schnell einmal einige Tausend Franken, was den Kundenkreis anfangs einschränkte. Aber digital war modern und so liessen sich Herr und Frau Schweizer den Fortschritt gerne etwas kosten. Bereits 1997 wurde das erfolgreiche, analoge C-Netz abgeschaltet, weil (analog zu heute) das 900-MHz-Band begehrt und das D-Netz deutlich besser war, sei es bei der Abdeckung oder auch bei der höheren Verständigungsqualität. 1996/97 folgten mit diAx (heute Sunrise) und später Orange (heute Salt) weite-re GSM-Anbieter. Die Liberalisierung der Schweizer Telekommunikation begann und die sinkenden Margen halten bis heute an.

Rüdiger Sellin
Autor(in) Rüdiger Sellin




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