Social Media 19.10.2022, 11:55 Uhr

Instagram für Fotoliebhaber

Wer gerne schöne Fotografien bewundert, findet in der sozialen Plattform Instagram eine wahre Fundgrube an tollen Aufnahmen. Doch diese sind mittlerweile nicht mehr ganz einfach aufzuspüren. Wir präsentieren unsere Favoriten.
(Quelle: Shutterstock/Maria Vonotna)
Vor Jahren war der Fotodienst Instagram (instagram.com) einmal eine Foto-App für Smartphones. Die wichtigsten Funktionen waren die retro-angehauchten Filter, die viele Fotografen mit ihrem einfachen Charme inspirierten. Profis und Amateure nutzten die App als Herausforderung, um mit den damals noch mässigen Smartphone-Kameras Kunstwerke zu schaffen; alles quadratisch und mit simplen Filtern.
Diese Zeiten sind schon lange vorbei. Spätestens seit der Übernahme durch Facebook/Meta wurde Instagram mehr und mehr zu einer breit genutzten Plattform. Mit Videos, Storys – und massenhaft Werbung. Mittlerweile sind Fotografen auf Instagram eine kleine Minderheit der Nutzer. Aber auch sie haben sich weiterentwickelt. Die meisten veröffentlichen nicht mehr Smartphone-Fotos, sondern präsentieren der Welt ihre besten Kameraaufnahmen. In diesem Artikel stelle ich einige Fotografen vor, die ich schon seit langer Zeit auf Instagram verfolge; in zufällig gewählter Reihenfolge.

Unsere Auswahl an Fotografen auf Insta

Konsta Punkka (@kpunkka)

Wildlife, Finnland, 1,3 Millionen Follower
Bild 1: Spektakuläre Tierbilder sind Konsta Punkkas Spezialität
Quelle: PCtipp.ch
Der als «Eichhörnchen-Flüsterer» bekannt ­gewordene Konsta Punkka hat sich über die vergangenen Jahre zu einer etablierten Grösse in der Wildlife-Fotografie gemausert, Bild 1. Mit dramatischen Bildern von Wildtieren aus der ganzen Welt, besonders aber aus seiner Heimat Finnland, erobert Punkka Instagram auch weitab der reinen Foto-Community. Der Nikon-Botschafter verbringt die grösste Zeit des Jahres unterwegs, immer auf der Suche nach lokaler Fauna. Auf Instagram zeigt der Finne neben seinen besten Fotos auch immer wieder Einblicke in deren Entstehung. Dabei wird schnell klar: Wildlife-Fotografie ist ein Knochenjob. Für den perfekten Shot liegt man schon einmal ein paar Wochen bei Eiseskälte in der nordischen Einöde.

Dillon Jenkins (@dllln)

Landschaften, Oregon, 64,4K Follower (Stand: 17.10.22)
Bild 2: Der pazifische Nordwesten ist tief in Dillon Jenkins’ Kunst verankert
Quelle: PCtipp.ch
Dillon Jenkins wuchs an der Küste im Süden von Oregon auf, Bild 2. Das sieht man seinen Bildern auch dann an, wenn für einmal keine zerklüftete Landschaft mit Meer abgebildet ist. Die weichen Farbtöne spielen mit Wärme und Kälte und hauchen jeder Landschaft Magie ein. Eine Magie, die sowohl in seiner digitalen als auch analogen Fotografie präsent ist. Begleitet wird der Amerikaner von Coda, seiner Husky-Dame und gelegentlichem Modell. Neben seiner Leidenschaft, der Naturfotografie, arbeitet Jenkins als Hochzeits- und Porträtfotograf. Auf Instagram teilt er hauptsächlich Landschaftsfotos und Porträts von Coda.

Rob McCarthy (@wrongrob)

Städte/Architektur, New York, rund 100K Follower
Bild 3: Rob McCarthy demonstriert, wie dramatisch New York City sein kann
Quelle: PCtipp.ch
Nach der wilden Natur der Westküste bewegen wir uns ans andere Ende der Vereinigten Staaten. Im urbanen Brooklyn, New York, fotografiert Rob McCarthy seine Umwelt auf cineastische Art und Weise, Bild 3. Der japanische Amerikaner ist vor allem für seine stimmungsvollen Aufnahmen von New York City bekannt, in denen er aus scheinbar alltäglichen Szenen eine Dramatik herauskitzelt, die man sonst nur aus Hollywood kennt. McCarthy arbeitet mit den einzigartigen Lichtverhältnissen von New York und einem starken Bearbeitungsstil, um seine Heimatstadt in besonderem Licht erstrahlen zu lassen. Sein Stil ist auch grossen Marken wie Adidas, Apple oder Toyota aufgefallen.

Nikita Teryoshin (@teryoshi)

Street/Dokumentation, Deutschland, 28,5K Follower (Stand: 17.10.22)
Bild 4: Einen Teryoshin erkennt man auf den ersten Blick
Quelle: PCtipp.ch
Meine erste Erfahrung mit Nikita Teryoshin war genauso merkwürdig, wie der Fotograf es ist, Bild 4. Teryoshin tauchte in einem Digital­Rev-TV-Video auf (youtu.be/9Dd7-QYzk6o), bei dem die Moderatoren Kai Wong und Lok Cheung während der Photokina-Messe durch Köln wanderten. Der exzentrische Berliner schloss sich den zwei Spassvögeln von DRTV an und ganz YouTube erlebte einen wunderbar bizarren Foto-Walk durch Köln, bei dem Teryoshin durch seine unglaubliche Kreativität und seinen einzigartigen Stil auffiel. Bekannt ist Teryoshin vor allem für seine Dokumentarserien über heikle, aber wenig beachtete Themen, den sozialen Rand und die erbarmungslose Gewöhnlichkeit des deutschen Alltags.
So zeigt beispielsweise seine Serie «Nothing Personal» Besucher an Messen für Militärtechnik. Die Serie «Animal Escape Plan» folgt Tieren, die aus industriellen Farmbetrieben ausgebrochen sind und sich einer neu gewonnenen Freiheit erfreuen. Mit seinen gewaltigen Blitzlicht-Porträts und geschickten Kompositionen wird Teryoshin auch regelmässig in grossen Zeitungen wie «Der Zeit» publiziert. Das Portfolio des Deutschen russischer Abstammung ist, kaum erstaunlich, auch politisch. Anfang 2022 versteigerte Teryoshin ein Foto seines brennenden russischen Passes als Protest gegen den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine. Stilistisch erkennt man einen Teryoshin an aussagekräftigen Kompositionen, starken Kontrasten und dem unverkennbaren Blitzlicht, das auch bei Aufnahmen bei Tageslicht zentral ist.

Samantha Reinders (@samreinders)

Fotojournalismus/Porträt, Südafrika, rund 50K Follower
Bild 5: Geschichten sind die Spezialität von Fotojournalistin Samantha Reinders
Quelle: PCtipp.ch
Als Fotojournalistin dreht sich bei Samantha Reinders alles um Geschichten. Bevorzugterweise Geschichten von und über Menschen, Bild 5. Reinders teilt sich ihre Arbeitsstätte zwischen ihrer Heimat Kapstadt und Kathmandu in Nepal und erzählt für namhafte Publikationen mit kraftvollen Bildern aus dem Alltag. Aus europäischer Sicht sind es oftmals Bilder wie aus einer anderen Welt: schillernde Porträts aus allen Ecken Afrikas, geschickt eingefangene Szenen aus Nepal und immer wieder auch der eigene Alltag im südafrikanischen Busch. Mit Auftragsarbeiten für «National Geographic», «Time», «NPR», «Der Spiegel» oder die «New York Times» hat sich Reinders zu Recht einen Namen gemacht. Ihre Bilder stehen nicht nur für sich selbst, sondern erzählen auch wichtige Geschichten über Themen wie Armut, Klimawandel und soziale Missstände.

Weitere Online PC-Favoriten

Kerry Tasker (@taskertasker)

Porträt/Fotojournalismus, Alaska, 5,7K Follower
Bild 6: Kerry Tasker zeigt die Eigenarten seines Alaska
Quelle: PCtipp.ch
Alaska ist ein spezieller Ort. Abgeschnitten vom Rest der USA, hoch im wilden Norden, funktioniert das Leben etwas anders. Und Kerry Tasker ist da, um es zu dokumentieren, Bild 6. Von seiner Basis in Anchorage aus fotografiert Tasker eine breite Auswahl an Subjekten, die alle etwas gemeinsam haben: Sie gibt es so nur in Alaska. Das Portfolio des Amerikaners reicht von Porträts lokaler Personen über eindrucksvolle Landschaften bis hin zu Konzertaufnahmen, wenn sich mal eine Band bis nach Anchorage wagt. Eine Spezialität Taskers ist die Kultur rund um die Gezeitenwellen, die in der Region Anchorage vorkommen. Er dokumentiert dabei sowohl die bis zu 20 km/h schnellen Wellen als auch die mutigen Locals, welche darauf surfen gehen. Eine weitere Spezialität von Tasker sind Langzeitbelichtungen, auf die er mithilfe von beleuchteten Drohnen Formen und ausserirdisch anmutende Lichteffekte zaubert.

Alex Richardson (@machine.gg)

Architektur/Kunstfotografie, UK, 26,9K Follower (Stand: 17.10.22)
Bild 7: E-Sport-Kommentator Alex «Machine» Richardson schiesst nebenbei auch tolle Fotos
Quelle: PCtipp.ch
Eigentlich ist Alex Richardson primär gar kein Fotograf. Und kaum einer seiner Follower kennt ihn primär als «Alex Richardson», sondern als «Machine». Unter diesem Namen ist der Brite für seine Sprachkünste bekannt; er kommentiert und moderiert nämlich einige der grössten E-Sport-Turniere der Welt für Millionen von Zuschauern. Neben seiner Kommentatoren-Karriere verbringt Richardson aber auch viel Zeit mit der Kamera in der Hand, Bild 7. Da sein Hauptjob ihn in alle möglichen Ecken der Welt bringt, ist Inspiration auch selten Mangelware. Am produktivsten ist der Fotograf Alex Richardson aber zu Hause in seiner Wahlheimat Köln sowie seiner zweiten Heimat Malta. Richardson begeistert mit einem ausgezeichneten Auge für architektonische Details, geometrische Formen im Alltag und verwirrende Perspektiven, die eine einzigartige Sicht auf seine Umwelt bieten. Die meisten seiner Aufnahmen entstehen mit dem Smartphone oder einer kleinen Kompaktkamera und beweisen so wieder einmal, dass Ausrüstung gar nicht so wichtig ist.

Takahiro Taguchi (@tak_tag)

Reisen/kommerziell, Japan, 35,4K Follower
Bild 8: Takahiro Taguchi verbindet Hobby und Beruf auf seinem Instagram-Profil
Quelle: PCtipp.ch
Takahiro Taguchi ist einerseits Brand Manager, andererseits Camping-Enthusiast, Bild 8. Und während die Trennung von Beruf und Freizeit hierzulande beliebt ist, funktioniert das bei Taguchi komplett anders. Der Marketingfachmann kombiniert seine berufliche Tätigkeit praktisch nahtlos mit seinem Hobby und präsentiert alles in einem ansehnlichen Instagram-Profil. Viel nativer kann Werbung eigentlich nicht mehr werden. Hauptberuflich arbeitet der Japaner im Marketing und zeichnet dort für diverse Marken verantwortlich. Von Webdesign über Social-Media-Management bis zu kommerzieller Fotografie ist Taguchi für alles zu haben. Zentral ist dabei seine Rolle als Markenverantwortlicher für Tokyo Grapher, einem Hersteller von Smartphone-Objektiven und Objektivfiltern. Diesen Job vermischt er auf seinem halbprivaten Instagram-Konto mit seiner Passion: Camping. Dabei dokumentiert der Japaner seine Campingtrips in weiten Landschaftsaufnahmen, herzlichen Porträts und liebevoll arrangierten Detailaufnahmen. Wir sprechen hier übrigens nicht von alltäglichem Camping auf dem TCS-Campingplatz im Tessin, sondern von Wildniscamping in den atemberaubenden Weiten Japans, und das auch im verschneiten Winter.

Vivien Liu (@vdubl)

Architektur/Porträt, Hongkong, 242K Follower (Stand: 17.10.22)
Bild 9: der Vibe von Wong Kar-Wai in der modernen Welt, fotografiert von Vivien Liu
Quelle: PCtipp.ch
Wer schon einmal einen Film von Wong Kar-Wai gesehen hat, weiss, dass Hongkong aus fotografischer Sicht etwas ganz Spezielles ist. Und kaum jemand anderes als Wong Kar-Wai hat diese Stadt so eindrucksvoll eingefangen; ausser vielleicht Vivien Liu, Bild 9. Die studierte Architektin ist in Hongkong aufgewachsen und kennt die Stadt nicht nur als ihre Heimat, sondern auch aus einer architektonischen Sicht. Diese Perspektive verpackt Liu in atemberaubende Bilder aus Hongkong und anderen Grossstädten auf der ganzen Welt. Auf Instagram präsentiert Liu sowohl ihre beliebten Hongkong-Bilder als auch Porträts, kommerzielle Arbeiten und Reisebilder.

Ami Vitale (@amivitale)

Natur/Fotojournalismus, Montana, 1,3 Millionen Follower
Bild 10: Eine der wichtigsten Stimmen der modernen Fotografie gehört Ami Vitale
Quelle: PCtipp.ch
Ami Vitale hat so ziemlich alles gesehen, was man auf dem Planeten Erde sehen kann, Bild 10. Und noch besser: Sie hat das alles auch noch fotografiert. Die heutige National-Geographic-Fotografin hat aus Lehmhütten, Kriegsgebieten und Naturschutz-Refugien berichtet und dafür zu Recht auch Preis um Preis abgeräumt. Besonders bekannt ist Vitale für ihre Arbeit im Artenschutz. Die Amerikanerin arbeitet zusammen mit ihrer Stiftung «Vital Impacts» mit diversen NGOs. Ihr fotografisches Portfolio umfasst weltberühmte Tierbilder, packende Porträts und journalistisch wertvolle Arbeiten aus aller Welt.
Tipp: PCtipp-Fotografinnen und -Fotografen
Bild 11 links: Redaktionsassistentin Balbina Hossmann fotografiert mit viel Elan
Bild 12 rechts: Einige meiner Fotos können Sie ebenfalls auf Instagram anschauen
PCtipp.ch
Zuletzt erlauben wir uns noch etwas Eigenwerbung, denn auch bei uns im Verlag gibt es ein paar Fotografen im Team:
Balbina Hossmann (@balbinart)
Den meisten Elan in Sachen Fotografie bringt unsere Redaktionsassistentin Balbina Hossmann mit, Bild 11. Balbina fotografiert Landschaften, Architektur und alltägliche Kuriositäten, gerne auf dem Arbeitsweg, quer durch den Kanton Zürich. Zur Fotografie kommen bei Balbina noch die Malerei und Musik, wodurch sie sich das «art» im Instagram-Namen redlich verdient hat.
Jens Stark (@jestapics)
Unser Security-Experte im Dienst der ­Computerworld verbindet die Fotografie vor allem mit dem Wandern. Eine ideale Kombination, die über die Jahre in vielen schönen Bildern, primär aus den Schweizer Bergen, resultiert.
Luca Diggelmann (@dauggel)
Hauptsächlich fotografiere ich Landschaften und Ausschnitte aus der Natur. Oftmals auch mit Testgeräten, deren Reviews im PCtipp landen. Bilder von mir gibt es auf meinem privaten Konto (@dauggel), Bild 12, und ­einem gemeinsamen Foto-Account mit meiner Frau (@diggelmannphoto). Nebenher verwende ich Fotos und Video-Footage auch für mein Musikprojekt (@tiny.seagulls).




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