Prognose von Ericsson 12.06.2019, 13:57 Uhr

1,9 Milliarden 5G-Anschlüsse bis 2024

5G kommt erst langsam in Fahrt – doch innerhalb der nächsten fünf Jahre rechnen Experten mit einem rasanten Wachstum des superschnellen Datenfunks.
(Quelle: Marko Aliaksandr / shutterstock.com)
Bis zum Ende dieses Jahres rechnet der Netzwerkausrüster Ericsson erst zehn Millionen Anschlüssen des superschnellen Datenfunks 5G. In fünf Jahren soll es allerdings dann schon 1,9 Milliarden 5G-Anschlüsse geben, prognostiziert das schwedische Unternehmen im aktuellen «Ericsson Mobility Report». Das sind 400 Millionen mehr als Ericsson vor einem halben Jahr für das Jahr 2024 erwartete. Nach der aktuellen Prognose wird 5G dann mehr als 20 Prozent der weltweiten Mobilfunk-Anschlüsse ausmachen und 35 Prozent des Datenverkehrs umschlagen.
Nach der Schätzung des Netzausrüsters dürften 5G-Netze zum Jahr 2024 für bis zu zwei Drittel der Weltbevölkerung zugänglich sein. Besonders rege genutzt werde der neue Datenfunk dann aber vor allem in Nordamerika. In fünf Jahren würden 5G-Anschlüsse dort einen Anteil von mehr als 60 Prozent ausmachen. Auch Westeuropa soll gemäss dem «Ericsson Mobility Report» mit einem Anteil von rund 40 Prozent schnell auf den 5G-Zug aufspringen.
Gemäss Stefan Koetz, Leiter des Westeuropa-Geschäfts von Ericsson, nimmt die Einführung in Westeuropa langsam Fahrt auf. Seinen Angaben zufolge geht die Schweiz hierbei vorweg: «Als strategischer Partner des Schweizer Telekommunikationsunternehmens Swisscom haben wir im April gemeinsam das erste kommerzielle 5G-Netz Europas eingeschaltet. Die Swisscom will schon bis Ende 2019 90 Prozent der Bevölkerung mit 5G versorgen. Als Ausrüster des Vorhabens freuen wir uns natürlich über dieses ambitionierte Ziel und hoffen, dass andere Märkte bald nachziehen», wird Koetz in einer Mitteilung von Ericsson zitiert.

Datenmenge steigt stark an

Laut der Ericsson-Prognose geht mit der Einführung von 5G auch ein Anstieg der verbrauchten Datenmengen einher: In Nordamerika werde ein Smartphone-Kunde künftig im Schnitt auf ein Volumen 39 GB pro Monat kommen, in Westeuropa auf 32 GB. Video werde 2024 drei Viertel des Datenverkehrs ausmachen, im vergangenen Jahr waren es bereits 60 Prozent. Zugleich wird in der Branche damit gerechnet, dass 5G in den nächsten Jahren vor allem für industrielle Anwendungen wie vernetzte Maschinen interessant sein wird.
Zunächst werde allerdings noch die vorherige Generation LTE/4G den Grossteil des mobilen Breitbands ausmachen, prognostizierte Ericsson. So werde die Zahl der LTE-Anschlüsse zum Jahr 2022 ihren Höhepunkt mit 5,3 Milliarden erreichen. Insgesamt werde es 2024 rund 7,2 Milliarden Smartphone-Anschlüsse geben, nach 5,1 Milliarden im vergangenen Jahr.
Ericsson ist neben Nokia und dem chinesischen Huawei-Konzern einer der grossen Netzwerkausrüster, die sich grosse Hoffnungen auf das 5G-Geschäft machen. Im Westen wird aktuell erwogen, Huawei wegen Sicherheitsbedenken vor allem in den USA vom Aufbau der 5G-Netze auszuschliessen.



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