Schweizer Contact Tracing leidet unter Software-Wildwuchs

Fehlendes Know-how

Und schliesslich wissen die Kantone offenbar teilweise auch nicht genau, was ihre Contact-Tracing-Software überhaupt auf dem Kasten hat. Laut Comparis ist das Datenerfassungstool «Sormas» (Surveillance, Outbreak Response Management and Analysis System) des deutschen Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) derzeit am weitesten verbreitet. Sieben Kantone, die an der Umfrage teilnahmen, verwenden dieses aktuell. Angeblich weiss aber beispielsweise nur ein Kanton, dass die Resultatmeldung von Labors an Tracer mittels Sormas möglich ist. Gleich sieht es bei der Erfassung von Reisequarantänepersonen durch Flughafen, Bahnhöfe oder den Zoll aus. Weiter nutzen die Kantone nebst Sormas ein Programm der KPMG, die Eigenentwicklung «Odoo», das IES Informations- und Einsatzsystem KSP sowie die Software «ecole». 
Die Umfrage zeigt hier, dass es lediglich die Basisinformation «Erfassen der Indexpatienten» ist, die von allen 13 befragten Kantonen dokumentiert wird. «Das ist eindeutig zu wenig», sagt Schneuwly. Er fordert, dass man diesbezüglich zumindest den kleinsten gemeinsamen Nenner finden sollte.




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