Die wichtigsten Mail-Apps für Android

K-9 Mail

Nach einer Auszeit ist diese klassische datenschutzfreundliche Mail-App zurück auf dem Spielfeld. Warum Folgendes nur eine Art Zwischenstand ist, lesen Sie im Absatz «Fazit».

IMAP und POP3

Beim Hinzufügen eines herkömmlichen Mailkontos bietet K-9 automatisch die Wahl zwischen IMAP sowie POP3 und versucht, die Server­namen und Portnummern zu erraten. Bei Providern, die vom typischen Namensschema (imap.provider.ch) abweichen, müssen Sie allerdings derzeit noch selbst Hand anlegen. Die benötigten Daten findet man aber meist bequem via Websuche, indem man nach dem Providernamen und dem Begriff IMAP (oder allenfalls POP3) sucht.
Bild 5: POP3 steht auch in K-9 zur Verfügung
Quelle: PCtipp.ch
Bei Providern, die IMAP bevorzugen (zum Beispiel GMX), bietet K-9 die Auswahl zum Einrichten eines POP3-Kontos nicht von selbst an. Greifen Sie beim Einrichten nach der Eingabe der Mailadresse deshalb zu Manuelle Einrichtung, worauf POP3 wieder auswählbar ist, Bild 5.

Google-Konto

Sobald Sie beim Einrichten eine Gmail-Adresse angeben, bietet K-9 einen Button Mit Google anmelden. Das startet den Chrome-Browser, der auch eine allenfalls vorhandene 2FA abwickelt. Haben Sie die Gmail-App deaktiviert, empfangen Sie die Mails aus Ihrem Google-Konto alternativ in dieser App.

Outlook-Konto

Möchten Sie Ihr Outlook.de-Konto in K-9 einrichten, müssen Sie zu IMAP greifen, da Microsofts hauseigene Protokolle in anderen Mail-Apps ganz allgemein nicht funktionieren. Auch da müssen Sie bei den Servernamen Hand anlegen: IMAP-Server outlook.office365.com, Port 993, TLS-Verschlüsselung, SMTP-Server smtp-mail.outlook.com, Port 587 mit STARTTLS. Wie in Microsoft-fremden Mail-Apps üblich, stehen nur die herkömmlichen Mailfunktionen zur Verfügung.

Mehrere Konten

Der Alltag mit mehreren Konten funktioniert gleich wie in den anderen Apps. Durch das Wischen vom linken Rand schalten Sie auf ein anderes Konto um oder greifen zum gemeinsamen Posteingang, der die Mails aller Konten zeigt.
Tippen Sie auf den Verfassen-Bleistift, anschliessend oben auf Ihre Absenderadresse und schalten Sie auf ein anderes Sendekonto um.

Bedienoberfläche/Gesten

Bild 6: Sind den Konten Farben zugewiesen, lassen sich diese besser unterscheiden
Quelle: PCtipp.ch
Die Bedienoberfläche ist vielfältig anpassbar. Für die Konten wählen Sie verschiedene Farben, Bild 6. Wischgesten unterstützt K-9 (noch) keine. Das dürfte sich früher oder später ändern, siehe «Fazit».
Ein Dunkelmodus steht jedoch in K-9 zur Verfügung, sogar das Ändern der Schriftgrössen in quasi allen Elementen wird angeboten, genau wie auch das Umsortieren der Reihenfolge der Konten.
Wer Signaturen verwenden möchte, besucht das Menü Kontoeinstellungen/E-Mail-Versand/Verfassen von Nachrichten, schaltet die Signatur ein und ändert den vorgegebenen Standardtext nach Belieben ab.

Sicherheit

K-9 unterstützt die providerseitigen Spam-Ordner. Haben Sie eine unerwünschte Mail als Spam markiert, wandert sie automatisch dort hinein. Einen Malware-Schutz gibts auch in K-9 nicht, allerdings unterbindet die App Tracking-Pixel, indem sie standardmässig keine extern verlinkten Bilder lädt. K-9 ist ­zudem Open-Source-Software, zeigt keinerlei Werbung und sammelt auch keine Daten.

Sonstiges

Das Anzeigen des HTML-Quellcodes von Mails ist in K-9 derzeit nicht vorhanden. Aber es erlaubt nach dem Öffnen der Mail immerhin über das Drei-Punkte-Symbol das Ein­blenden der Kopfzeilen. Ausserdem wird die OpenPGP-Verschlüsselung unterstützt.
Eine besonders nützliche Funktion: K-9 Mail bietet direkt bei der Ersteinrichtung oder auch nachträglich das Exportieren oder Importieren der Einstellungen an. Falls Sie also von einem anderen Android-Smartphone umziehen und dort eine K-9-Datensicherung erstellt haben, importieren Sie die Datei. Damit entfällt ein Grossteil der Einrichtung.
Eine Suchfunktion ist vorhanden. Das Ausdrucken von Mails ist derzeit nicht möglich, ebenso wenig Mailvorlagen (die aber auch noch kommen dürften).

Fazit

Vor gut zwei Jahren hatte es so ausgesehen, als würde K-9s Entwicklung komplett eingestellt. Aus dieser Zeit stammen die meisten negativen Bewertungen im Google Play Store. Inzwischen hat die App aber frischen Wind in die Segel bekommen: Was ich hier für diesen Vergleich betrachtet habe, dürfte es in dieser Form bald nicht mehr geben. Denn im letzten Sommer haben der deutsche K-9-Entwickler Christian Ketterer und das Mozilla-Thunderbird-Team ihre Kooperation bekannt gegeben. K-9 wird sich zu einem «Thunderbird für Android» wandeln. Wer auf dem Desktop Thunderbird nutzt, weiss: Viele Funktionen, die wir hier in K-9 als «derzeit noch fehlend» beschreiben, sind im Desktop-Thunderbird vorhanden. Darum ist es sehr wahrscheinlich, dass sie in K-9 (bzw. später «Thunderbird für Android») noch einziehen werden.
Die K-9-App läuft bei der Autorin seit Jahren problemlos mit mehreren Mailkonten auf ihrem Smartphone und tut dies auch noch datenschutzfreundlich und ohne die User mit zu vielen Einstellungen zu überfordern. Deshalb kann ich sie nur empfehlen.




Das könnte Sie auch interessieren