Marketing mit Rundum-Blick 23.05.2016, 14:10 Uhr

360-Grad-Videos sind noch unbekanntes Terrain

DER Touristik Online hat vor Kurzem erstmals sechs 360-Grad-Videos veröffentlicht. Felix Lüneberger, Online Marketing Manager bei DER Touristik Online GmbH, berichtet über das Pilotprojekt.
(Quelle: DER Touristik Online )
Alle grossen IT- und Internet-Unternehmen beschäftigen sich mit virtueller Realität. Es ist absehbar, dass VR schon bald zum Massenmedium und damit auch für Werbezwecke interessant wird. Gerade in der Touristikbranche eignen sich VR- und 360-Grad-Videos, um bei Kunden die Reiselust zu wecken. DER Touristik Online sammelt gerade erste Erfahrungen mit Rundum-Blicken auf nahe und ferne Reiseziele.
Warum nutzen Sie 360-Grad-Videos als Marketinginstrument?
Felix Lüneberger: 360-Grad-Videos sind für viele Menschen noch unbekanntes Terrain. Das Format ist neu und innovativ. Besonders spannend ist, dass jeder Nutzer mit dem Video interagieren kann und seine eigenen Perspektiven wählen kann. Das Format gibt uns die Möglichkeit, unseren Kunden und anderen Reiselustigen einen gewissen Mehrwert zu bieten, der in unserem konkreten Fall ein Plus an Inspiration und Erlebbarkeit des Reiseziels bedeutet.
 
Woher kam der Anstoss?

Lüneberger: 360-Grad-Fotografie ist ein Medium, welches wir seit vielen Jahren nutzen. Die Bilder nun zu Bewegtbildern zu machen, war der nächste logische Schritt. Zunächst war aber etwas Recherche vonnöten, da das Format noch recht unbekannt war und beispielsweise nicht auf allen Webbrowsern funktionierte. Wir verschafften uns zunächst einen Eindruck von den sich bietenden Möglichkeiten des Formates. Inzwischen besteht die nötige Kompatibilität, so stand einer Umsetzung nichts mehr im Weg.
 
Was versprechen Sie sich von den Videos?
Lüneberger: Für die DER Touristik geht es hier ganz klar um Inspiration und Brand Building, weniger um Abverkauf. Die Videos machen auf spielerische ­Weise Lust auf ein Reiseziel.
 
Wie unterscheiden sich aus Ihrer Sicht 360-Grad-Videos von Ihren anderen Marketinginstrumenten?
Lüneberger: Durch ein 360-Grad-Video kann man in die Szenen förmlich eintauchen. Man kann interagieren und ausprobieren, das Ganze bereitet einfach Spass. Nicht zu vergessen, die technische Komponente: Wer so etwas noch nie gesehen hat, wird sicher überrascht sein, was ­inzwischen alles möglich ist.
 
Wo zeigen Sie die Videos?
Lüneberger: Die Videos sind zum einen auf unserer Online-Plattform DER.COM zu sehen und zum anderen auf unserem YouTube-Kanal.
 
Anhand welcher Kennzahlen messen Sie, ob sich solche Videos als Marketinginstrument lohnen?
Lüneberger: Natürlich werden wir die ­Visits auf den entsprechenden Landing Pages und die Views der Videos analysieren und können daran eine gewisse Resonanz ablesen. Da die Videos allerdings nicht abverkaufsorientiert sind, spielen Buchungen hier weniger eine Rolle. Wichtig ist uns, dass wir unsere Kunden begeistern und inspirieren. Dafür lassen sich die Interaktionen mit der Webseite, zum Beispiel durch Erfassung von Klickpfaden und den Kundenkontakten, in der Customer Journey gut messen. Es wäre ausserdem schön, neue Abonnenten für unseren YouTube-Kanal zu gewinnen.
 
Wie lange hat es gedauert?
Lüneberger: Insgesamt hat der Prozess drei Monate gedauert, inklusive der Reisen. Die Videos wurden nacheinander produziert, um immer wieder Learnings für den nächsten Film zu berücksichtigen.
 
Was hat es gekostet?
Lüneberger: Dazu möchten wir uns nicht äussern.
 
Wie werden sich 360-Grad-Videos als Marketinginstrument entwickeln?
Lüneberger: Das Interesse an 360-Grad-Videos wird sicher kontinuierlich steigen. Mehr und mehr Unternehmen werden das Format für sich entdecken. Die Technik reift schnell, sodass 360-Grad-Videos schon bald auch für den Verbraucher allgegenwärtig sein werden.
 



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