Neue Schutzfunktionen 09.11.2017, 14:49 Uhr

Google Chrome verhindert unerwünschte Redirects

Google stattet seinen hauseigenen Browser Chrome mit neuen Schutzfunktionen aus. Neben dem bereits bekannten Werbeblocker soll ein neues Feature auch unerwünschte Weiterleitungen und Overlays verhindern.
(Quelle: Evan Lorne / shutterstock.com )
Google will Version 64 seines Chrome Browsers schon im Januar 2018 veröffentlichen. Damit liefert der Suchmaschinenprimus seinen Nutzern einige neue Schutzfunktionen gegen unerwünschte Webinhalte. Wie bereits angekündigt, wird es einen Adfilter geben, der unerwünschte Werbeformate direkt blockiert. Daneben sollen aber auch nicht erwünschten Redirects und Overlays ein Riegel vorschieben werden.
Wird eine Redirection verhindert, bekommt der Nutzer stattdessen ein Info-Feld angezeigt. Das Bild zeigt ein entsprechendes Test-Beispiel.
(Quelle: bog.chormium.org<br />)
Völlig werbefrei wird der Browser jedoch nicht. Damit würde sich Google selbst das Wasser abgraben. Vielmehr geht es um inakzeptable Werbung wie die plötzliche Weiterleitung über iFrames oder ähnliches. Diese eingebetteten Webseiten initiieren oft eine Weiterleitung auf Drittanbieter-Seiten. "Wir haben herausgefunden, dass diese Weiterleitung oft zwar von den Drittanbietern gewollt ist, die eigentlichen Seiteninhaber haben dies jedoch meist überhaupt nicht im Sinn." so Ryan Schoen, Product Manager bei Google in einem Blogeintrag.
Chrome werde diese ungewollte Weiterleitung künftig erkennen und unterbinden. Stattdessen will Google den Nutzern einen Infobalken einblenden, um über den Redirection-Versuch zu informieren.

Pop-up-Fenster sollen blockiert werden

Eine weitere Schutzfunktion der neuen Chrome-Version soll Pop-up-Fenster blockieren. Dazu zählen auch solche, die den eigentlich gewünschten Inhalt in einem neuen Tab oder Fenster laden und den Werbeinhalt im Hauptfenster anzeigen.
Daneben gebe es jedoch noch zahlreiche weitere unerwünschte Werbeformate, sagt Schoen. Etwa sogenannte Overlays, also versteckte Links, die auf vermeintlichen "Schliessen-" oder "Playbuttons" liegen. Doch auch diese könne Chrome künftig erkennen und eine Weiterleitung verhindern.
In den experimentellen Einstellungen von Chrome lässt sich der Redirect-Blocker aktivieren.
Google bietet Webseitenbetreibern an, die jeweilige Webseite auf unerwünschte Einbindungen zu untersuchen. Anhand des "Berichts zu irreführenden Inhalten" können Seiteninhaber feststellen, wie sie das Nutzererlebnis verbessern können. Werden unerwünschte Inhalte erkannt, hat der Betreiber 30 Tage Zeit diese zu entfernen. Wird dem nicht nachgekommen, werden in Chrome keine neuen Fenster und Tabs über die entsprechende Seite geöffnet.
Die neuen Funktionen sind derzeit noch in der Beta-Phase. Wer sie schon jetzt ausprobieren will, muss in der Adressleiste des Browsers über die Eingabe chrome://Flags die experimentellen Einstellungen aufrufen. Dort sucht der Nutzer anschliessend per Shortcut [Strg] + [F] nach dem Eintrag Framebusting requires same-origin or a user gesture und setzt das Dropdown-Menu auf "Enabled". Nach einem Neustart des Browsers stehen dann die neuen Funktionen zu Verfügung.




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