01.10.2012, 00:00 Uhr

Schweizer Informatiktalent holt Bronze an internationaler Informatik-Olympiade in Italien

An der Internationalen Informatik-Olympiade 2012 (IOI) in Sirmione (Italien) hat Marco Keller (Kantonsschule Wil) aus Kirchberg SG eine Bronzemedaille für die Schweiz gewonnen. An zwei Wettkampftagen mussten über 300 junge Informatiktalente aus der ganzen Welt insgesamt sechs knifflige Programmieraufgaben lösen. Medaillengewinner Marco Keller schnitt dabei in einer besonders schwierigen Aufgabe als Fünftbester weltweit ab und liess dabei fast die gesamte Konkurrenz hinter sich. Ungefähr 80 Länder aus der ganzen Welt treten an der IOI in Viererteams an. Das Schweizer Team wurde von Johannes Kapfhammer (Gymnasium Münchenstein, BL) aus Münchenstein, André Ryser (Gymnasium Burgdorf, BE) aus Burgdorf und Florian Wernli (Berufsfachschule Baden, AG) aus Niederlenz komplettiert.

Leonardo da Vinci sorgt für knifflige Aufgaben

Passenderweise hatten die Aufgaben alle mit dem Florentiner Universalgelehrten Leonardo da Vinci zu tun. Die bereits erwähnte besonders anspruchsvolle Aufgabe beinhaltete den sogenannten ?Odometer? oder Kilometerzähler, ein Wagen, der während der Drehungen seiner Räder Kieselsteine fallen lässt und mittels der Anzahl Steine die zurückgelegte Entfernung berechnen kann. Der Odometer musste so programmiert werden, dass er sich nach genau definierten Vorgaben verhält. Der Schweizer Marco Keller erzielte in dieser Aufgabe das fünftbeste Resultat aller 310 Teilnehmender ?und hat in dieser Aufgabe sogar das gesamte chinesische Team geschlagen, was unglaublich gut ist?, so Delegationsleiter Graf. Laut Graf machen auch die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse nicht Halt vor der IOI: ?Aktuelle Forschungsthemen der theoretischen Informatik fliessen direkt in die Aufgaben ein, was eine rasche Auffassungsgabe und grosse Kreativität voraussetzt.? Und diese wird auch ausserhalb der Wettkampfräume trainiert: ?Gelegentliche Wartezeiten in Bus und Zug wurden mit Knobelaufgaben überbrückt ? auch ohne Computer?, so der Baselbieter Johannes Kapfhammer und unterstreicht damit, dass es nicht in erster Linie Computerfreaks sind, die mitmachen, sondern junge Leute, die einfach Spass am logischen Denken und am Finden von kreativen Lösungen haben.

Italienisches Feeling am Gardasee

Traditionell erhalten die Teilnehmenden auch Einblicke in die Kultur und Geschichte des Gastlandes. So wurden etwa Venedig und Mailand besucht, und die Unterkunft direkt am Gardasee ermöglichte den internationalen Austausch mit zahlreichen anderen Delegationen. ?Sich mit Jugendlichen aus so vielen Ländern zu unterhalten, die man sonst nur vom Hörensagen kennt, ist einzigartig!? so der Berner André Ryser. ?Über die mitgebrachte Schweizer Schokolade freute sich auch die chinesische Delegation sehr? ergänzt sein Aargauer Teamkollege Florian Wernli augenzwinkernd.

Aber die Schweiz ist nicht nur Teilnehmerin an Internationalen Wissenschafts-Olympiaden, sondern bald erstmals auch Organisatorin: Vom 14. bis 21. Juli 2013 findet an der Universität Bern die Internationale Biologie-Olympiade 2013 (IBO) statt. Es sind noch Freiwillige gesucht! Weitere Informationen unter www.ibo2013.org. (ph) www.olympiads.ch

Siehe auch: Gewinner der 16th Swiss Olympiad in Informatics, Schweizer Informatik-Olympiade: Junginformatiker an der ETH , Schweizer Medaillen-Coup an Informatik-Olympiade



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