23.09.2013, 00:00 Uhr

Kampagne IT-dreamjobs soll Informatik-Nachwuchs sichern

Die Schweiz braucht dringend mehr Nachwuchs für die Berufe der Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT). Eine breite Koalition von Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlicher Hand lanciert deshalb die Kampagne IT-dreamjobs.
Die ICT-Branche ist der fünftgrösste Wirtschaftssektor der Schweiz. Ihre Bedeutung ist sehr hoch. Und trotzdem, es mangelt an Fachkräften: bis im Jahr 2020 werden 25?000 fehlen. Die Folgen davon werden für den ganzen Wirtschaftsstandort Schweiz spürbar sein. Die Kampagne setzt hier an und will mehr Nachwuchstalente für ein Informatikstudium gewinnen.

 ICT ist omnipräsent: sie begleitet uns im Privat- und Berufsleben, oft bemerken wir sie nicht einmal, weil sie entweder unauffällig oder schon ganz normal geworden ist. Dahinter verbirgt sich aber eine komplexe Welt: um diese zu erhalten, verwalten und weiterzuentwickeln braucht es ausgebildete Spezialisten.

Fachkräfte, die bereits heute fehlen. Mit IT-dreamjobs startet heute eine Kampagne, die das Problem an der Wurzel packt und Nachwuchstalente, vor allem an Gymnasien, dazu anregt, sich mit Informatik als Studium und Berufsfeld auseinanderzusetzen. Denn ein ICT-Spezialist zu sein bedeutet nicht, sich in einem dunklen Raum hinter dem Bildschirm zu verschanzen und nur in einer virtuellen Realität zu leben. Die Berufsbilder in der ICT sind so vielfältig wie die Berufswelt selbst.

 Wie spannend Informations- und Kommunikationstechnologie ist, lässt die Kampagne direkt diejenigen erzählen, die ihren Traumberuf in der Informatik gefunden haben: In Bern und Zürich ab heute im Rahmen einer klassischen Plakatkampagne. Gesamtschweizerisch mit der Vernetzung von bestehenden Aktivitäten zur Nachwuchsförderung. Dreh- und Angelpunkt der Kampagne ist die Webseite www.it-dreamjobs.ch, die von Informatiklernenden erstellt wurde.

 Dass das Thema nicht nur für die ICT-Branche selbst, sondern für die Schweizer Wirtschafts- und Bildungslandschaft relevant ist, zeigt die breit gefächerte Unterstützung: Rund 30 Unternehmen und Organisationen engagieren sich insgesamt bei IT-dreamjobs. Migros, Post, UBS, Ergon Informatik und die Stadt Zürich setzen sich als Goldsponsoren für die Förderung von ICT-Nachwuchstalenten ein. ?Als grösster Detailhändler der Schweiz sind wir für die Weiterentwicklung unseres Geschäfts auf gut ausgebildete ICT-Fachkräfte dringend angewiesen. Online-Shopping oder unser Self-Scanning und Self-Checkout Subito wären ohne sie undenkbar, aber auch die Logistik in unseren Supermärkten funktioniert nur dank Informatik. Wir brauchen die ICT, um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben? so Migros-Chef Herbert Bolliger. Post-CEO Susanne Ruoff bestätigt: ?Ohne ICT-Fachkräfte wäre unser Kerngeschäft in der Logistik, im Zahlungsverkehr und im öffentlichen Personenverkehr gar nicht möglich. Nur mit der Entwicklung einer breiten Palette an elektronischen Angeboten und Dienstleistungen werden wir den heutigen Kundenbedürfnissen gerecht. Dank diesen innovativen und integrierten Lösungen unserer Experten können wir die für uns so wichtige Schnittstelle zwischen der physischen und digitalen Welt sicherstellen.?

 So vielfältig wie die Berufsbilder sind auch die Ausbildungswege. Neben der Berufslehre gehören Informatik-Studiengänge an Fachhochschulen und Universitäten zu den wichtigsten Nachwuchsschmieden. Ein grosser Teil der Ausbildungs-Kapazität liegt allerdings noch brach. Falsche Vorstellungen von ICT-Berufen hindern viele Jugendliche daran, überhaupt erst einen solchen Studiengang in Erwägung zu ziehen. Darum gehören auch die ETH Zürich und weitere Schweizer (Fach-)Hochschulen zu den Trägern der Kampagne. Prof. Lino Guzzella, Rektor der ETH Zürich, sagt dazu: ?Die Informatik ist eine hoch spannende, konstruktive und chancenreiche Wissenschaft. Es muss uns gelingen, ihr wahres Bild zu zeigen. Denn sie ist einer der Schlüssel zu wirtschaftlichem und gesellschaftlichem Wohlergehen.? (ph) http://www.it-dreamjobs.ch


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