08.01.2013, 00:00 Uhr
Hostpoint kritisiert Ablauf bei Aufgabe des Registrar-Geschäfts für .li-Domains von Switch
Die Switch stellt per 14. Februar 2013 das Direktkundengeschäft für die Registrierung von .li-Domains ein und will sich stattdessen auf die Registry-Tätigkeit konzentrieren. Wählen bisherige .li-Domaininhaber bis zum 13. Februar 2013 keinen neuen Domainpartner, will Switch die Kunden automatisch zu switchplus transferieren. Switch bevorzuge damit erneut ihre Tochter switchplus in fragwürdiger Art und Weise und mache mit einer äusserst kurzen Frist Druck auf Domaininhaber und Registrierungspartner, wie der Internet-Provider Hostpoint kritisiert.
Wie die vom BAKOM und dem Amt für Kommunikation Liechtenstein mit dem Betrieb der Registry von .ch- und .li-Domains beauftrage Stiftung Switch in einem Schreiben an seine Registrierungspartner von vergangener Woche mitteilt, wolle man sich ?voll und ganz? auf die Registry-Tätigkeit konzentrieren und das Direktkundengeschäft an die Partner übergeben. Switch werde deshalb das Direktkundengeschäft mit .li-Domain per 14. Februar 2013 einstellen. Bestehende .li-Kunden will die Stiftung in den nächsten Tagen informieren. Diese sollen bis zum 13. Februar ihre .li-Domains zu einem Partner ihrer Wahl transferieren. .li-Domains, die bis dahin nicht zu einem Partner transferiert wurden, will Switch nach dem 13. Februar 2013 automatisch an seine kommerzielle Tochter switchplus übergeben.
Für Hostpoint, einen grossen Schweizer Webhosting-Provider, ist dies ein neuerlicher Versuch der halbstaatlichen Stiftung Switch, die kommerzielle Tochter switchplus gegenüber den anderen am Schweizer Markt tätigen Provider einseitig zu bevorteilen und damit ihre marktmächtige Stellung auszunutzen. Es ist zu befürchten, dass ein Grossteil der .-li-Domains aufgrund der technischen Komplexität für die Kunden sowie der kurzen Übergangsfrist automatisch switchplus zufällt. Damit würde Switch Ihrer Tochter switchplus zu einem ungerechtfertigt hohen Marktanteil verhelfen.
Zwar begrüsst Hostpoint den Schritt von Switch, die lange Zeit als Monopolistin erlangten Domainkunden an seine Partner abzugeben und sich künftig auf das Registry-Geschäft zu konzentrieren. Allerdings muss die Aufteilung der .li-Domainkunden marktgerecht sein. Hostpoint erachtet es deshalb als angebracht, dass die Domainkunden aufgrund eines Schlüssels, der sich am Marktanteil der Registrierungspartner am .li-Markt orientiert, auf die Registrierungspartner verteilt werden.
Bevorzugung von switchplus auch bei .ch-Domains?
Switch weist im Schreiben darauf hin, dass man das heutige Modell, bei dem Switch gleichzeitig Registry und Registrar ist, nicht mehr für marktgerecht halte und man dies dem BAKOM im Rahmen einer Befragung zur Zukunft des Schweizer Domainmarktes auch so mitgeteilt habe. Das zeigt klar, dass Switch später auch bei der zahlenmässig stärker verbreiteten Schweizer Domainendung .ch nach gleichem Muster verfahren will. Würde auch mit den .ch-Domains tatsächlich nach demselben Muster verfahren, würde die noch junge switchplus praktisch ohne eigenes Zutun auf einen Schlag zu einem der grössten Domainregistrare der Schweiz. (ph) http://www.switch.ch http://www.hostpoint.ch
Siehe auch: Zusammenarbeitsvertrag von Switch und Microsoft, SWITCH kann 25-Jahre-Jubiläum feiern, Hostpoint CheckIn» Support vor Ort