Pia Poppenreiter 10.01.2019, 09:38 Uhr

Ohlala.com: Sex als Plattform-Modell

Als Online-Plattform für "bezahlte Dates" trifft Ohlala.com auf steigendes Nutzerinteresse. Gründerin Pia Poppenreiter berichtet im Interview über die Entwicklung des Services.
Pia Poppenreiter hat Ohlala.com 2015 gegründet.
(Quelle: Ohlala.com )
Ohlala.com ist bereits das zweite Start-up im Erotikbereich, an dem Pia Poppenreiter beteiligt ist. Zuvor gründete die Wirtschaftsethik-Absolventin 2014 zusammen mit Florian Hackenberger Peppr. Das Unternehmen wollte einen Vermittlungsdienst für Escorts und Freier bieten. Doch statt des erhofften Erfolgs gab es bald Meinungsverschiedenheiten zwischen den Gründern. 2015 stieg Poppenreiter bei Peppr aus und gründete mit Ohlala.com ihren eigenen Vermittlungsservice.
Drei Jahre später kommt das Unternehmen auf die Zahl von 120.000 Nutzern. Konkrete Angaben zu Umsatz und Gewinn macht die 31-jährige Gründerin nicht. Derzeit ist Poppenreiter ausserdem mit Schreiben beschäftigt: 2019 will sie ein Buch über ihre Erfahrungen als Unternehmerin herausbringen. Im Interview gibt die Ohlala-Gründerin erste Einblicke.
Die Beschreibungen über Ohlala im Netz reichen von Dating App bis Escort-Plattform. Wir würden Sie den Service beschreiben?
Pia Poppenreiter:
Auf Ohlala.com kann man sein bezahltes Date suchen beziehungsweise finden. Dabei schlagen Nutzer ein konkretes Date vor. Angaben enthalten unter anderem Datum, Zeit, Ort, Budgettendenz und Erwartungshaltung. Diese Vorschläge kann man sich ansehen und sich bei Gefallen für das eine oder andere Date vorstellen. Was dann bei dem Date passiert, ist Privatsphäre.
Wer ist die jeweilige männliche und weibliche Zielgruppe, die Sie mit Ohlala ansprechen?
Poppenreiter:
Alle, die volljährig und auf der Suche nach einem Abenteuer sind.
Wie sind Sie auf die Idee zur Gründung von Ohlala gekommen?
Poppenreiter:
Viele Eindrücke haben mich inspiriert, Ohlala zu konzipieren. Ich wollte das Thema Richtung Zukunft denken. Dabei war der Ansatz: "Wie soll es sein, damit es gut ist - in 20 Jahren von heute."
Wie sieht das Geschäftsmodell hinter Ohlala aus? Und wie profitabel ist ­dieses?
Poppenreiter:
Ohlala verdient schon Geld, und zwar mit Ohlala-Coins. Diese kann man erwerben, um Chats aufzusperren. Aber keine Angst: Zu Beginn gibt es Gratis-Coins, um den Service zu testen.
Wo steht Ihr Unternehmen heute?
Poppenreiter:
Wir wachsen noch immer organisch und haben schon rund 120.000 Nutzer in Deutschland.
Im Bereich Erotik und Sexualität haben in den letzten Jahren eine Reihe von Start-ups versucht, mit einem modernen Image aus der Schmuddelecke zu kommen und damit vermehrt Frauen anzusprechen. Würden Sie Ohlala auch in diesem Zusammenhang sehen?
Poppenreiter:
Ja, auf jeden Fall. Ich begrüsse auch die Initiative von jeglichen Start-ups, die Erotik oder Intimität wieder in den Mittelpunkt stellen. Ein gesundes, ausbalanciertes Sexleben ist wichtig.
Ohlala-Gründerin Poppenreiter: "Ob und inwieweit Ohlala ein Teil der Gig-Economy wird, wird sich in Zukunft herausstellen."
(Quelle: Ohlala)



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